US-Großbank ändert die Strategie
Bei der Citigroup müssen Aktienchefs gehen

Die Leiter des globalen Aktiengeschäfts der Citigroup, Arthur Hyde und Robert DiFazio, sind entlassen. Die Entscheidung kommt, nachdem der Umsatz aus dem Aktienhandel im ersten Quartal um ein Viertel gefallen ist.

NEW YORK. Die US-Großbank Citigroup entlässt die Leiter des globalen Aktiengeschäfts Arthur Hyde und Robert DiFazio. Die Entscheidung kommt, nachdem der Umsatz aus dem Aktienhandel im ersten Quartal um ein Viertel gefallen ist. Neuer Chef der Aktien-Abteilung wird der Citigroup-Veteran Jim Fo-rese. Forese bringt einschlägige Erfahrung im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren mit. Der weltgrößte Finanzkonzern liegt mit der Entscheidung voll im Trend. Verschiedene Wall-Street-Firmen fahren derzeit ihre Aktienabteilungen, die sie in den 90er-Jahren deutlich ausgebaut hatten, angesichts der schwachen Märkte wieder zurück. Die Entscheidung der Citigroup, sich von den beiden Chefs zu trennen, war das Ergebnis einer Prüfung der Abteilung, die Aktien handelt und verkauft und auch Börsengänge betreut. Die Entlassung von Hyde und DiFazio gilt als strategische Entscheidung und wird nicht mit den Vorwürfen der US-Börsenaufsicht SEC in Zusammenhang gebracht. Die SEC hat die Citigroup beschuldigt, Aktien von begehrten Börsengängen an Manager von Kunden der Bank gegeben zu haben. "Mit den deutlichen Verschiebungen, die auf dem Aktienmarkt stattgefunden haben, gekoppelt mit unserer Überzeugung, dass mehr davon zu erwarten sind, spiegelt dieser Führungswechsel eine neue strategische Richtung wider, die uns in die Lage versetzen wird, unser Geschäft nach vorne zu bewegen", schrieb Chuck Prince, Chef von Citigroups Investmentbanking-Geschäft in einer internen Mitteilung. Ein Kritikpunkt an der Abteilung war, dass sie Aktien der Mobilfunkfirma Nextel Communications unter dem Preis verkauft hat, den sie selber bezahlt hat. Üblicherweise kaufen Investmentbanken Aktienpakete zu Sonderpreisen ein, um sie mit einem Preisaufschlag von bis zu vier Prozent weiterzuverkaufen. Wie viele Nextel-Aktien die Bank gehandelt hat, ist nicht bekannt.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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