US-Handelsbilanz-Defizit gestiegen
Euro zeitweise bei 1,02 Dollar

Der Dollar ist am Freitag wieder auf Talfahrt gegangen, behauptete sich im New Yorker Geschäft dann aber trotz einer schwachen Wall Street deutlich über dem zuvor erreichten Zweieinhalb-Jahres-Tief zum Euro.

Reuters FRANKFURT. Die Märkte hätten sich nach langer Zeit wieder auf das gestiegene US-Handelsdefizit konzentriert, hieß es bei Analysten. "Es ist höher als erwartet und setzt den Dollar unter Druck", sagte Gary Thayer, Chef-Volkswirt bei A.G. Edwards & Sons. Die besser als erwarteten Daten zur Inflation gaben Analysten zufolge dem Dollar indes etwas Halt.

Der Euro stieg am Freitag zeitweise auf 1,0210 Dollar und notierte im New Yorker Handel bei Kursen um 1,0140 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs mit 1,0146 (Vortag: 1,0058) Dollar je Euro. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro am frühen Nachmittag mit 1,0143 (Vortag: 1,0057) Dollar festgelegt. Am Vortag hatte sich der Dollar noch etwas erholt. Zum Yen verlor die US-Valuta zeitweise bis auf 115,57 Yen und näherte sich damit seinem 17-Monatstief von 115,50 Yen.

Das Defizit der US-Handelsbilanz stieg im Mai überraschend stark auf das Rekordniveau von 37,64 Milliarden Dollar nach revidiert 36,14 Milliarden Dollar im Vormonat. Volkswirte hatten nur mit einem Defizit von 35,23 Milliarden Dollar gerechnet.

Angesichts der erneuten Kursverluste des Dollar zum Yen seien erneute Interventionen der japanischen Notenbank zu Gunsten der US-Währung bei Kursen um 115 Yen nicht auszuschließen, sagten Händler. Der japanische Finanzminister Masajuro Shiokawa äußerte sich besorgt über die heftigen Kursbewegungen am Devisenmarkt. Die Regierung ergreife bedacht mehrere Schritte, sagte er, ohne dabei auf mögliche Interventionen einzugehen. Japan befürchtet bei einem starken Yen Einbußen für die Exportwirtschaft des Landes.

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