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US-Heimatschutzminister Ridge geht - Lob und Tadel

Knapp zwei Jahre nach Gründung des US-Superministeriums für Heimatschutz mit 180 000 Beschäftigten hat der Chef der Behörde, Tom Ridge, seinen Rücktritt eingereicht.

dpa WASHINGTON. Knapp zwei Jahre nach Gründung des US-Superministeriums für Heimatschutz mit 180 000 Beschäftigten hat der Chef der Behörde, Tom Ridge, seinen Rücktritt eingereicht.

Der Heimatschutzminister ist das siebte Mitglied der Regierung des wiedergewählten Präsidenten George W. Bush, das das Kabinett verlässt. Der 59-Jährige gab vor Journalisten am Dienstag (Ortszeit) in Washington persönliche Gründe für seinen Rücktritt an. Nach Angaben von Freunden ist er nach den zwei Jahren an der Spitze des Ministeriums, in denen er 22 verschiedene einzelne Regierungseinrichtungen zu einem gigantischen Einzelunternehmen zusammen führen musste, "völlig erschöpft". Der ehemalige Gouverneur von Pennsylvania will aber noch bis zum 1. Februar im Amt bleiben oder so lange, bis er einen Nachfolger hat. Im Gespräch dafür sind unter anderem Ridges bisheriger Stellvertreter Asa Hutchinson und die Heimatschutz-Beraterin des Weißen Hauses, Frances Townsend.

Das Ministerium war als Konsequenz aus den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geschaffen worden und ist für die Planung und Koordination aller Bereiche der Zivilverteidigung einschließlich des Grenzschutzes, der Küstenwache, des Katastrophenschutzes und des Zolls verantwortlich. Der freundliche und joviale Ridge war in Washington allgemein beliebt, aber Experten bewerteten seine Leistung als Minister unterschiedlich. So hieß es unter anderem, Ridge habe in seiner kurzen Amtszeit bereits große Fortschritte - etwa in der Flugsicherheit - erzielt. Kritiker meinten jedoch, er habe es nicht geschafft, die vielen mit diesem Riesenministerium verbundenen bürokratischen Hemmnisse zu überwinden. Vor allem bei der Sicherheit der Häfen gebe es erhebliche Lücken.

Ridge wurde auch oft zur Zielscheibe von Spott - etwa wegen der von ihm eingeführten Farbskala für das Ausmaß der Terrorbedrohung und seiner Empfehlung, jeder Haushalt solle für den Fall einer Attacke mit chemischen Waffen Isolierband für Fenster und Türen bereithalten. Der Minister selbst äußerte am Dienstag die Überzeugung, dass die Grenzen der USA sicherer seien. Er bedauerte, dass es während seiner Amtszeit nicht zu einer stärkeren Zusammenarbeit mit der EU in Fragen der Sicherheit gekommen sei.

Ridge ist nach den Ministern Colin Powell (Äußeres), John Ashcroft (Justiz), Don Evans (Handel), Rod Paige (Bildung), Ann Veneman (Landwirtschaft) und Spencer Abraham (Energie) das siebte Regierungsmitglied, das in der zweiten Amtszeit von US-Präsident George W. Bush aus dem Kabinett ausscheidet.

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