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US-Industrieproduktion überraschend stark gesunken

Die Industrieproduktion in den USA ist im September stärker gesunken als von Analysten erwartet. Die US-Industrie habe im September 1,0 % weniger produziert als im Vormonat nach einem Minus von revidiert 0,7 % im August, teilte die US-Notenbank Fed am Dienstag mit.

Reuters WASHINGTON. Der stellvertretende Präsident der US-Notenbank (Fed), Roger Ferguson, sagte indessen, das Ausmaß des Schadens für die US-Wirtschaft durch die Anschläge am 11. September sei bislang nicht bekannt. Die langfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft blieben jedoch solide. Finanzminister Paul O'Neill äußerte die Hoffnung, dass ein Konjunkturprogramm zur Belebung der amerikanischen Wirtschaft innerhalb von zehn Tagen den Kongress passieren werde.

Nach Berechnungen der Fed fiel die Auslastung der Kapazitäten bei den US-Fabriken, Bergbauunternehmen und Versorgungsfirmen im September auf 75,5 % von revidiert 76,4 % im August. Dies sei die niedrigste Auslastung seit Juni 1983. Die Erzeugung der US-Industrie fiel im zwölften Monat in Folge, so lange wie in der Zeitspanne von November 1944 bis Dezember 1945 nicht mehr. Analysten hatten mit einem Rückgang der Produktion um 0,8 % zum Vormonat und einer Kapazitätsauslastung von 75,4 % gerechnet.

Ferguson sagte bei einer Risikomanagement-Konferenz der US Market Association-Bond in New York: "Wenn das Ausmaß des Schadens durch die Anschläge bislang unbekannt ist, so gilt das auch für die zeitliche Dauer, bis das Wachstum sich wieder beschleunigt". Die Ausgaben der Verbraucher erholten sich offenbar, nachdem sie unmittelbar nach den Anschlägen eingebrochen seien. Es sei aber noch zu früh, um analysieren zu können, wie groß die Auswirkungen mittelfristig sein werden.

Vor Geschäftsleuten in Cleveland sagte O'Neill: "Ich hoffe sehr, dass eine Gesetzesvorlage (Konjunkturprogramm) in den nächsten zehn Tagen auf dem Tisch des Präsidenten liegt". Er glaube, das ein solches Programm die Wirtschaft stimulieren könne. Dabei gehe er davon aus, dass sich ein vom Kongress erarbeitetes Programm konzeptionell mit dem von Präsident George W. Bush decke. Deshalb dürfte das von Bewilligungsausschuss des Repräsentantenhauses geplante Paket von 100 Mrd. $ noch etwas gekürzt werden, um mit den Plänen Bushs, die ein Volumen von 75 Mrd. $ vorsehen, in Übereinstimmung gebracht zu werden.

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