US-Investmentbanken
Analyse: Wege aus der Krise

Börsengänge gibt es derzeit an der Wall Street so gut wie gar keine. Die Königsdisziplin des Investmentbanking – das Einfädeln von Fusionen und Übernahmen - liegt am Boden.

Börsengänge gibt es derzeit an der Wall Street so gut wie gar keine. Die Königsdisziplin des Investmentbanking - das Einfädeln von Fusionen und Übernahmen - liegt am Boden. Gleiches gilt für den Aktienhandel. Klingt nach schlechten Zeiten für die US-Investmentbanken wie Merrill Lynch, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley.

Umso überraschender scheint es, dass die meisten Häuser derzeit profitabler sind als vor einem Jahr. Dahinter stecken zwei Trends. Zum einen reagieren die Banken - anders als in früheren Abschwüngen - mit radikaler Kostendisziplin auf die Flaute. Schreibt eine Sparte rote Zahlen, landen hoch bezahlte Banker scharenweise auf der Straße. Das spürten zuletzt vor allem Aktienhändler und Analysten.

Andere, weniger glamouröse Geschäftsbereiche der Investmentbanken laufen jedoch sehr gut. Diese Sparten gewinnen innerhalb der Wall-Street-Häuser an Bedeutung und verändern das Gesicht der Branche. Viele Investmentbanker sitzen heute eher vorm Computerbildschirm und basteln an hochkomplexen Finanzderivaten für ihre Kunden. Das hat weniger "Sex-Appeal", wie es zu Zeiten des Börsenbooms hieß. Aber es rechnet sich.

So verzeichnen Derivate ein rasantes Wachstum. Investmentbanken entwickeln für ihre Kunden hochkomplexe Terminkontrakte auf Kredite, Anleihen und Aktien. Damit können Unternehmen und Investoren alle möglichen Risiken isolieren und steuern. Auch im Anleihegeschäft verdienen die US-Investmenthäuser glänzend - bei der Emission und auch im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren. Dahinter stecken die niedrigen Zinsen und der Hausbauboom, die für stetigen Nachschub an Firmenbonds und Hypotheken-Anleihen sorgen.

Ertragsbringer waren im vergangenen Quartal auch die Eigenhändler der Investmentbanken. Sie erzielten Milliardengewinne mit Spekulationen auf eigene Rechnung. Starkes Wachstum verzeichnen zudem kapitalintensive Produkte der Investmentbanken. Dazu zählen Brückenfinanzierungen, eigenkapitalunterlegte Optionen und strukturierte Kredite. Hier führen die reinrassigen Wall-Street-Häuser wie Goldman und Morgan Stanley einen ungleichen Kampf gegen finanzkräftigere Universalbanken wie Deutsche und JP Morgan Chase. Reinrassige Investmentbanken reagieren auf diese Herausforderung, indem sie ihre speziellen Erfahrungen und Kontakte nutzen. So arrangiert etwa Goldman Sachs verstärkt Spezialkredite für Private-Equity-Firmen. Diese Häuser treten immer häufiger als Käufer bei großen Übernahmen auf. Sie machen daher gerne Geschäfte mit der fokussierten Investmentbank

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