US-Investmentgesellschaft startet mit acht Fonds
T. Rowe Price drängt auf den deutschen Markt

Langjährige Erfahrung der Fondsmanager und eine eher vorsichtige Anlagepolitik machen sich in turbulenten Börsenzeiten bezahlt. Ein Beispiel dafür ist eine Gesellschaft aus Baltimore, die auch von unabhängigen Analysten gute Noten bekommt: T. Rowe Price. Sie wird nun auch in Deutschland aktiv.

HB BRÜSSEL. "Vor dem Platzen der Spekulationsblase im Frühjahr vergangenen Jahres haben uns manche wegen unserer zurückhaltenden Anlagepolitik ausgelacht", erinnert sich Todd Ruppert in einem Handelsblatt-Gespräch. Das ist anders geworden. Ruppert, der die internationalen Aktivitäten von T. Rowe Price von London aus steuert, hat heute kaum Kommunikationsprobleme mit potenziellen Kunden. Er wirft zu Gunsten der 140 Mrd. $ betreuenden US-Investmentgesellschaft drei Argumente in die Waagschale: langjährige Erfahrung der Fondsmanager des Hauses ("die ihr Portfolio im Schnitt schon elf Jahre betreuen"), eine stetige und risikobewusste Anlagepolitik, geringe Handelsaktivitäten in den Fonds und damit geringe Wertpapiertransaktionskosten.

Das könnte ihm den Start in Deutschland erleichtern. Zwar ließ sich T. Rowe Price Zeit. Andere große US-Investmenthäuser wie Fidelity, Janus, Franklin Templeton oder Pioneer sind hier zu Lande schon aktiv – teilweise seit langer Zeit. Ruppert jedoch hat keine Eile. "Wenn wir in zwei Jahren eine Milliarde Dollar an Geldern einsammeln, wäre das schon zufriedenstellend", gibt er sich bescheiden.

Das Geschäft vorantreiben sollen Thomas Pederson und Stephan Matter, die für die europäischen bzw. die Aktivitäten im deutschsprachigen Raum verantwortlich sind. T. Rowe Price verkauft jetzt mehrere Produkte in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland. Matter: "Wir starten mit acht in Luxemburg aufgelegten Fonds; wir machen kein Direktgeschäft mit Endanlegern, sondern bieten das über zwei Großbanken, elektronische Supermärkte und den Dachfondsmanagern an."

Es handelt sich um fünf Aktien- und drei Rentenfonds. Auf der Aktienseite stehen zweimal US-Standardwerte (US Blue Chip Equity, US Large Cap Value), US-Nebenwerte (US Smaller Companies Equity), Schwellenbörsen (Global Emerging Markets Equity) und Öko-Titel (Global Clean Future Equity) im Mittelpunkt. Auf der Rentenseite bilden internationale Anleihen (Global Aggregate Bond), Hochzinstitel (Global High Yield) und europäische Unternehmensbonds (European Corporate Bond) die Anlageschwerpunkte. Die für Privatanleger gedachten Fonds sind mit Ausgabeaufschlägen von 5 % und jährlichen Verwaltungsgebühren zwischen 0,8 % und 1,5 % ausgestattet.

Gute Noten durch unabhängige Analysten

T. Rowe Price kann gute Noten durch unabhängige Analysten vorweisen. Die renommierte US-Fondsresearchgesellschaft Morningstar bescheinigt der Firma überdurchschnittliche Anlageergebnisse. Russel Kinnel, Chef der Morningstar-Fondsanalyse, meint: "Über drei Viertel der Produkte haben in den vergangenen fünf Jahren besser als der Durchschnitt ihrer Konkurrenten abgeschnitten – ein beeindruckendes Ergebnis." Laut Kinnel machten die T-Rowe-Price-Aktienfonds auch in der jüngsten Krise eine gute Figur. "Während der September-Kursstürze waren in den Portfolios nur vergleichsweise geringe Bestände an Technologieaktien und praktisch keine Airline-Titel", ergänzt der Morningstar-Mann.

Ruppert sagt dazu: "Wir legen Wert auf Risikobegrenzung und liegen deshalb in der Hausse meist etwas hinter den Konkurrenten, dafür sehen wir aber in trüben Zeiten wie in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr gut aus." Er unterstreicht außerdem die Performancevorteile durch den nur moderaten Handel in den Fonds: "Bei den Fonds für US-Nebenwerte beispielsweise handeln unsere Konkurrenten im Schnitt sechsmal häufiger als wir und müssen deshalb auch sechsmal höhere Transaktionskosten zahlen – das drückt die Performance."

Die 1937 gegründete Gesellschaft hat ihren Sitz in Baltimore, Maryland, und beschäftigt rund 4 000 Mitarbeiter. Sie gehört zu einem Drittel den Beschäftigten und ist als börsennotiertes Unternehmen auch im US-Aktienindex S & P 500 vertreten. Jeweils ein Drittel der betreuten Gelder entfallen auf private und institutionelle Kunden sowie auf betrieblich organisierte private Altersvorsorgepläne.

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