US-Investor hat neue Ideen
Wyser-Pratte will wieder zuschlagen

Der US-Investor Guy Wyser-Pratte plant, sich am Chemie- und Anlagenbaukonzern mg Technologies AG, Frankfurt am Main, zu beteiligen.

jr DÜSSELDORF. "Woher wollen Sie denn wissen, dass ich Großaktionär Happel nicht helfe? Es ist ganz offensichtlich, dass mg Technologies unterbewertet ist. Und die Strategie des Vorstandsvorsitzenden Kajo Neukirchen ist falsch", sagt der Beteiligungshändler Wyser-Pratte dem Anlegermagazin "Die Telebörse" (Donnerstagausgabe). Wie viele Aktien er bereits hält oder noch dazuzukaufen gedenkt, verschweigt Wyser-Pratte: "Wir haben bereits einige Ideen. Aber ich bin noch nicht bereit, darüber zu berichten." Bekannt geben muss ein Minderheitsaktionär die Höhe seines Anteils erst ab der Grenze von fünf Prozent des Stammkapitals.

Der US-Investor, der derzeit auch an Mobilcom und Babcock-Borsig beteiligt ist, kündigte weitere Beteiligungen an: "In wenigen Wochen werden wir bekannt geben, wo wir in den Niederlanden zugeschlagen haben".

Wyser-Pratte wurde bei seinem ersten deutschen Deal noch als Held gefeiert. Ihm gelang es, den Börsenwert des Düsseldorfer Rheinmetall-Konzerns zu verdoppeln. Später stieg der US-Investor mit dickem Gewinn aus. Manche Anleger folgten seinem Beispiel und machten richtig Kasse. Seitdem haftet dem amerikanischen Raider in Deutschland das Image eines Goldgräbers im Aktienmarkt an.

Doch das Image hat einige Kratzer bekommen. Denn bei seinem jüngsten Engagement, bei Babcock-Borsig, läuft manches anders, als es sich der 61-jährige aggressive Investor ursprünglich vorgestellt hat. Als Wyser-Pratte Anfang des Jahres seinen Einstieg beim Mischkonzern bekannt gab, hatte er es vor allem auf die lukrative U-Boot-Sparte abgesehen. Kein Wunder: Mit dem Marktführer bei konventionellen U-Booten, der Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW), verdient der Babcock-Konzern das meiste Geld.

Doch jetzt ist sein 5,5-Prozent-Paket an Babcock nicht mehr viel wert. Der Oberhausener Konzern hat die Hälfte seiner Top-Beteiligung an die amerikanische Finanzinvestoren One Equity Partners verkauft. Wyser-Pratte ist nach eigenen Angaben "von der Entwicklung überrascht worden". Einige Analysten sehen den erfahrenen US-Raider schon als den großen Verlierer bei Babcock. Sie rechnen damit, dass er in absehbarer Zeit aussteigen wird. Sein deutscher Partner, Markus Elsässer, beteuert unterdessen: "Wir halten an unserem Babcock-Paket fest. Wir sind es gewohnt, mit solchen Schwierigkeiten umzugehen."

Auch seine zweite deutsche Beteiligung, an Mobilcom, trägt zur Zeit wenig zum Image des Amerikaners als Goldgräber am Aktienmarkt bei. Als er im Dezember vergangenen Jahres mit 1,1 Prozent beim Mobilfunkunternehmen einstieg, notierte es bei über 20 Euro. Nach dem heftigen Streit zwischen Vorstandschef Gerhard Schmid und dem französischen Großaktionär France Télécom fiel der Kurs seitdem auf 12,60 Euro. Inzwischen ist Wyser-Pratte bereit, sein Mobilcom-Paket zu einem deutlich niedrigeren Preis an France Télécom zu verkaufen.

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