US-Investor kritisiert Rolle von Babcock-Borsig-Chef Lederer
Wyser-Pratte: Gründliche Untersuchung des HDW-Verkaufs gefordert

Der Streit zwischen US-Investor Guy Wyser-Pratte und Babcock-Borsig-Chef Klaus Lederer über die Abspaltung der Werftengruppe HDW spitzt sich zu. "Ich ersuche Sie dringendst, den geplanten Verkauf des HDW-Pakets einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen", schreibt der US-Amerikaner in einem Brief an Friedel Neuber, den Aufsichtsratschef von Babcock Borsig.

DÜSSELDORF. Wyser-Pratte, der inzwischen 8 % am Oberhausener Mischkonzern hält, wirft Lederer einen Interessenskonflikt aus seiner Funktion als Babcock-Borsig-Chef und seinem Engagement bei der Investmentfirma Boulders Capital vor.

Wyser-Pratte hat dem Schreiben an Friedel Neuber brisante Unterlagen beigefügt. Sie liegen dem Handelsblatt ebenso vor wie der Brief. Lederer wird in den Papieren als Gründer und Chairman der Investmentfirma Boulders Capital erwähnt. Die Firma war den Angaben zufolge bereits an zwei Babcock-Transaktionen beteiligt. Allein diese beiden Unternehmensverkäufe sollen angeblich Provisionen in Höhe von 5 Mill. $ in die Kassen von Boulders Capital gespült haben. Wyser-Pratte verweist darauf, dass Boulders Capital erklärt hätten, sie arbeiteten für Babcock Borsig an weiteren Verkäufen. "War HDW einer dieser Verkäufe?", fragt der US-Investor.

Außerdem wird in den Unterlagen Richard Cashin als Partner von Boulders Capital aufgeführt. Cashin ist Chef der US-Investmentfirma One Equity Partners (OEP), der Lederer im März überraschend einen 25 %igen Anteil an der Werftengruppe HDW verkauft hatte.

Wyser-Pratte sieht in der Doppelrolle von Klaus Lederer einen "direkten Interessenkonflikt". Er bittet Aufsichtsratschef Neuber, den Sachverhalt zu prüfen und "falls notwendig, den Verkauf des HDW-Pakets zu verhindern und Klaus Lederer als künftigen Chef von HDW abzusetzen".

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