US-Investor will beim deutschen Technologiekonzern einsteigen
Rheinmetall-Aktie steigt

Reuters DÜSSELDORF. Die Aktie des im MDax gelisteten Düsseldorfer Technologie- und Wehrtechnikkonzerns Rheinmetall AG hat von Berichten über den Einstieg eines US- Investors bei der Rheinmetall profitiert. Das Papier legte am Freitag in einem knapp behaupteten Umfeld in der Spitze um rund 12 % auf 14,50 Euro zu. Allerdings seien die Umsätze "nicht gigantisch", sagten Händler. Ein Konzernsprecher bestätigte auf Anfrage einen Zeitungsbericht, wonach der US-Investor Guy Wyser-Pratte 5,1 % der Stammaktien und 1,1 % der Vorzüge erworben habe.

Rheinmetall - Intraday-Chart

Der Investor habe die Aktien wohl im freien Handel erworben und nicht vom Mehrheitsaktionär, der Röchling Industrie Verwaltung GmbH, hieß es. Die Familie Röchling hält über ihr Unternehmen etwa 66 % der Konzernanteile. Der Rheinmetall-Sprecher bekräftigte, Röchling stehe zu Rheinmetall und sei nicht gewillt, Anteile abzugeben.

Wyser-Pratte will bei Rheinmetall einsteigen

Eine Stellungnahme von Wyser-Pratte & Co, einer Beteiligungsgesellschaft aus New York, war zunächst nicht zu erhalten. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der Chef des US-Unternehmens, Guy Wyser-Pratte, wolle mit dem Einstieg bei Rheinmetall zeigen, "wie man den Börsenwert eines Traditionskonzerns deutlich steigern kann." Er deutete dem Zeitungsbericht zufolge weitere Investments in Deutschland an. Wyser-Pratte beteiligt sich früheren Angaben zufolge an Unternehmen, um deren Wert zu steigern wie etwa 1993 bei Van Dorn oder 1995 bei U.S. Shoe und American Maize. Im November vergangenen Jahres stieg das US-Unternehmen mit drei Prozent bei der belgischen GIB SA ein.

Die Rheinmetall-Aktie hatte in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Wert verloren. Im Sommer 1998 noch mit knapp 32 Euro bewertet sank der Kurs bis zum November 2000 auf seinen bisherigen Tiefstand von 6,41 Euro. Der Konzern mußte zahlreiche Fehlschläge in den vergangenen Jahren hinnehmen. Neben den Verlusten der Töchter, die auch im Konzern 1999 zu einem Fehlbetrag führten, kamen Querelen zwischen dem langjährigen Vorstandschef Hans Brauner und dem Mehrheitsaktionär. Brauner, der Anfang des vergangenen Jahres in den Aufsichtsrat als Vorsitzender wechselte, mußte nach nur einem Monat seinen Posten räumen.

Keine Verkauf der Jagenberg-Tochter

Der bereits lange geplante Verkauf der verlustreichen Maschinenbautochter Jagenberg ist bis heute nicht geglückt. Die Sachsenring Automobiltechnik AG war von dem bereits unterzeichneten Vertrag im April 2000 zurückgetreten, weil das am Neuen Markt gelistete Unternehmen die Betriebsmittelsicherung in Höhe von 200 Mill. DM nicht übernehmen wollte. Ein weiteren Einbruch des Aktienkurses mußte Rheinmetall im November 2000 hinnehmen, als Gerüchte über eine Finanzkrise des Konzerns aufkamen. Rheinmetall dementierte Finanzprobleme und bezifferte seine Verbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel mit 777 Mill. Euro. Bei einer Bilanzsumme von 3,5 Mrd. Euro und einem Umsatz von 4,4 Mrd. Euro bewegten sich die Verbindlichkeiten damit in einem "normalen Rahmen", hieß es.

Im ersten Halbjahr verbuchte Rheinmetall einen Verlust vor Steuern von 25 (18) Mill. Euro. Für das Gesamtjahr kündigte das Unternehmen nach Abzug des Verlusts aus dem Verkauf von Mauser Waldeck ein Ergebnis von 90 Mill. Euro an. Mitte März will Rheinmetall seine Bilanz für das Jahr 2000 veröffentlichen. 1999 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 4,5 Mrd. Euro einen Verlust von sechs Mill. Euro ausgewiesen.

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