US-Konjunkturdaten können den Märkten nichts anhaben
Dax: Im Sog der Wall Street geht es aufwärts

Beflügelt von den Kursgewinnen an den US-Börsen hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag im Plus geschlossen. Im Tagesverlauf hatten Kursverluste bei den deutschen Automobil- und Finanzwerten das führende Marktbarometer zeitweise rund drei Prozent im Minus gehalten.

Reuters FRANKFURT. Die exportorientierten Automobilhersteller litten Händlern zufolge unter den trüben Aussichten für die US-Konjunktur. Die Finanzwerte seien indes von negativen Analystenkommentaren belastet worden. Die Erholung an der Wall Street erklärten Börsianer damit, dass die jüngsten Konjunkturdaten zwar schwächer als erwartet, aber nicht so schlecht wie von einigen Marktteilnehmern befürchtet ausgefallen seien. Im MDax verbuchten die Aktien von Schwarz Pharma einen Kurssprung. Der Pharmakonzern hatte zuvor eine Kooperation bekannt gegeben.

Dax beschließt Börsenwoche im Plus

Der Dax schloss am Freitag 0,4 % höher bei 3 165,16 Zählern und gewann damit in der abgelaufenen Woche per Saldo rund 2 %. Auf Grund des Feiertages in Teilen Deutschlands und einigen europäischen Staaten erreichte der Umsatz jedoch nur rund 70 % des Durchschnitts der vergangenen Tage. Entsprechend gering sei daher auch die Aussagekraft der Kursbewegungen einzelner Aktien, sagten Händler.

Der Nebenwerte-Index MDax fiel um 0,6 % auf 3 104,80 Punkte. Am Neuen Markt blieb der Auswahlindex Nemax 50 fast unverändert bei 432,95 Zählern. An der Wall Street lag nach anfänglichen Verlusten der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,6 % im Plus bei 8 445 Stellen, während der Nasdaq-Index ein Prozent auf 1 343 Punkte gewann.

Autowerte belastet

Der parallel zu den schwachen US-Konjunkturdaten sinkende Dollar belastete Händlern zufolge die Automobilwerte zusätzlich. Die USA sind der wichtigste Auslandsmarkt der deutschen Hersteller. Der Euro übersprang zeitweise die Parität zur US-Währung und notierte bei Börsenschluss in Deutschland bei 0,9956 $. Die Aktien von DaimlerChrysler verloren 0,7 % auf 34,50 Euro, die Papiere von BMW 0,6 % auf 35,85 Euro.

Finanzwerte von Herabstufungen betroffen

Die Aktien der Deutschen Bank verbilligten sich um 1,4 % auf 43,50 Euro. Zuvor hatte Morgan Stanley das Papier auf "Untergewichten" herabgestuft. Auch andere Banken senkten ihre Einstufungen und Gewinnprognosen für Deutschlands größtes Kreditinstitut. Am Vortag hatte die Deutsche Bank überraschend einen Quartalsverlust bekannt gegeben. Die schlechte Branchenstimmung strahlte Marktteilnehmern zufolge auch auf die Versicherer ab. So fielen die Titel der Allianz um 1 % auf 105 Euro.

Die größten Verlierer im Dax waren mit einem Minus von 5,4 % auf 30,13 Euro jedoch die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC). Zuvor hatte die Investmentbank Goldman Sachs unter Hinweis auf die negativen Währungseffekte im wichtigsten Exportmarkt USA die Gewinnprognosen für die im MDax gelistete Muttergesellschaft Fresenius gesenkt. Deren Aktien rutschten um 5,2 % auf 32,70 Euro ab.

Technologiewerte erholt

Gegen Handelsende setzten sich die Technologiewerte von den Kursgewinnen ihrer US-Konkurrenten beflügelt an die Spitze der Dax-Gewinner. Die Aktien von SAP und Infineon lagen mit einem Plus von 7,8 % auf 83,87 Euro beziehungsweise 6,2 % auf 10,46 Euro ganz vorn. Parallel dazu stiegen die Papiere von Epcos um 2,2 % auf 10,81 Euro, nachdem sie zunächst mehr als 4 % abgerutscht waren. Nach der jüngsten Börsenstatistik ist ein baldiger Abstieg des Herstellers passiver elektronischer Bauelemente wieder wahrscheinlicher geworden.

Kurssprung bei Schwarz Pharma

Im MDax verteuerten sich die Aktien von Schwarz Pharma um 45  % auf 28 Euro. Zuvor hatte der US-Konkurrent Andrx bekannt gegeben, gemeinsam mit Schwarz und Merck ein Nachahmemittel des umsatzstarken Magenpräparates Prilosec in den USA vermarkten zu wollen. Außerdem hat Schwarz eigenen Angaben zufolge die endgültige US-Zulassung für den in Prilosec enthaltenen Wirkstoff Omeprazol erhalten.

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