US-Konzern Ford stellt Kapazität bereit
Mazda produziert künftig im spanischen Valencia

Die Entscheidung ist so gut wie gefallen: In der kommenden Woche gibt Mazda bekannt, wo der japanische Hersteller künftig gemeinsam mit Ford in Europa Autos bauen wird. Das bestätigte Nick Scheele, Chairman Ford Europe, auf dem Genfer Automobilsalon im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB GENF. Scheele nannte keine Details dazu, wo Mazda und Ford in der Produktion kooperieren werden. Doch aus Unternehmenskreisen verlautete, dass der japanische Hersteller mit großer Wahrscheinlichkeit ins spanische Valencia gehen wird. In der Diskussion war auch das deutsche Werk in Saarlouis, wo Ford das Mittelklasse-Modell Focus baut.

Mazda will in Europa Klein- und Mittelklassefahrzeuge produzieren. In Valencia fertigt Ford bereits heute den kleinen Ka und den Focus. Der US-Konzern will auch in Zukunft Fahrzeuge aus diesen beiden Segmenten in seinem spanischen Werk produzieren - insofern decken sich die Fertigungspläne von Mazda und Ford. Der US-Konzern hält an dem japanischen Hersteller einen Anteil von 34 % und ist damit einflussreichster Aktionär. Bereits im November hatte Mazda angekündigt, dass das Unternehmen Kapazitäten von Ford Europa nutzen wolle.

Ford hat in 2000 in Europa einen Verlust von 1,1 Mrd. $ erwirtschaftet. Ein Hauptgrund für dieses Ergebnis war die schlechte Ausnutzung der eigenen Produktionskapazitäten. Im Durchschnitt kam Ford im Jahr 2000 auf eine Auslastung von lediglich 71 %. Bei den meisten anderen Wettbewerben wurden die Fabriken zu mehr als 80 % genutzt.

Ford-Chairman Nick Scheele machte keine Angaben zur Ergebnisentwicklung des laufenden Jahres. Doch der US-Konzern setzt alles daran, bis Dezember in die Gewinnzone zurückzukommen. Scheele äußerte sich zufrieden über die Kostenentwicklung: Wie geplant werde in diesem Jahr eine Reduktion zwischen 300 und 400 Mill. $ erreicht. Im Jahr 2000 lagen die Einsparungen bei 500 Mill. $.

Marktanteil gesteigert

Scheele zeigte sich zufrieden mit der bisherigen Absatzentwicklung dieses Jahres: "Es läuft sehr gut." Ford sei es gelungen, wieder kontinuierlich seinen Marktanteil zu steigern. Auch im Februar habe sich diese Tendenz fortgesetzt. "Wir verfügen über eine größere Dieselkapazität", nannte David Thursfield einen der Gründe für die Aufwärtstendenz. Der US-Konzern rechnet mit einer weiteren Steigerung, wenn der Verkauf des neuen Mittelklasse-Modells Mondeo richtig angelaufen ist.

Bei den Produktionsvorbereitungen für den neuen Fiesta-Kleinwagen liege das Unternehmen im Plan. Im Herbst soll die Produktion des Autos in Köln beginnen, wo Ford fast 1 Mrd. $ für das neue Modell investiert. Anfang 2002 wird der neue Fiesta bei den Händlern stehen. Ford ist dringend auf eine Auffrischung seines Programms im Kleinwagen-Segment angewiesen. Der alte Fiesta wird nur noch schleppend vom Markt angenommen - Ford hatte zu lange mit der Neuentwicklung gewartet. Um seine Kunden nicht noch länger vertrösten zu müssen, wird die Produktion des neuen Fiesta jetzt doch um fünf Monate vorgezogen.

Chairmann Scheele wollte keine Details zur Zukunft des Ka nennen, des kleinsten Modells innerhalb der Ford-Produktreihe. Der US-Konzern zeigt jedoch in Genf eine offene Roadster-Variante, den "StreetKa".

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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