US-Konzern schielt offenbar auf Aktienpaket der Dresdner Bank
OMG steigt bei der Norddeutschen Affinerie ein

Der US OM Group Inc. -Chemiekonzern (OMG), Cleveland/Ohio, ist mit knapp 10 % bei der im M-Dax notierten Norddeutschen Affinerie AG (NA), Hamburg eingestiegen.

lip HAMBURG. Die OMG AG & Co. KG, Hanau, hat hierfür den bisher von der dmc2 Degussa Metalls Catalysts Cerdec AG (dmc2) gehaltenen Anteil an der NA, Europas größtem Kupferhersteller, erworben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen bewahrt. Der NA-Kurs kletterte gestern um 3,45 % auf 12 Euro.

"Bei der OMG-Beteiligung handelt es sich aus Sicht der Norddeutschen Affinerie um ein strategisches Engagement", erklärte NA-Vorstandsvorsitzender Werner Marnette. Der US-Konzern bezieht als Hersteller und Anbieter von Spezialchemikalien auf Metallbasis bereits seit den 90er Jahren unter anderem Nickelsulfat von der NA. Nickelsulfat ist ein "Abfallprodukt", dass aus dem Herstellungsprozess des Hamburger Kupferproduzenten entsteht. OMG hat zudem von der Chemietochter Degussa deren Edelmetall-Aktivitäten übernommen, wofür die NA bereits seit längerem als Zulieferer diente.

Unklar ist, ob und wie schnell die OMG ihr NA-Engagement ausbaut. Dabei könnte der US-Konzern auf den Anteil der Dresdner Bank schielen. Das Frankfurter Geldhaus besitzt knapp acht Prozent an dem Kupferhersteller. Die Bank hatte erst vor einigen Monaten rund zwei Prozent an Fonds abgegeben hatte. Sie hatte erklärt, dass es sich hierbei um ein reines Finanzengagement handele.

Die Dresdner Bank dürfe die Beteiligung aber nur in enger Abstimmung mit dem NA-Vorstand vornehmen, heißt es aus Unternehmenskreisen der NA. Der Grund: Das Unternehmen will damit die weitere Expansion sicherstellen. Der Vorstand wollte hierzu allerdings keinen Kommentar abgeben.

Weiterer NA-Großaktionär ist die Lübecker Possehl-Gruppe, die Mitte 2000 durch den Verkauf der Hüttenwerke Kayser an die NA im Gegenzug einen Aktienanteil von knapp zehn Prozent erhalten hatte. Sie ist an einem Verkauf nicht interessiert. "Das NA-Aktienpaket ist ein langfristiges Engagement", erklärt ein Possehl-Sprecher. Unterstrichen werde dies dadurch, dass der Possehl-Vorstandschef Ernst Wortberg ab dem 1. Oktober den NA-Aufsichtsratschef, Carl Voigt, ablöst.

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