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US-Kreditmärkte nach Gewinnen auf Konsolidierungskurs

Die US-Kreditmärkte werden in der kommenden Woche nach den jüngsten von der Aktienschwäche ausgelösten Kursgewinnen Händlern zufolge eine Phase der Konsolidierung erleben.

Reuters NEW YORK. Dies habe sich am Freitag bereits angedeutet, als die Staatsanleihen im Zuge massiver Gewinnmitnahmen erstmals seit Tagen wieder im Minus geschlossen hatten. "Wir können uns auf eine Konsolidierung einstellen, die angesichts des überkauften Marktes nicht überraschend ist", sagte John Spinello, Rentenstratege bei Merrill Lynch Governement Securities. Da bis zur Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktzahlen am Freitag keine wichtigen Konjunkturdaten zu erwarten seien, rechnen Händler erneut mit einem überwiegend aktiengetriebenen Geschäft an den Kreditmärkten.

Bei seinen beiden Anhörungen vor dem Finanz- und dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses hatte US-Notenbank-Chef Alan Greenspan in der vergangenen Woche keine klaren Hinweise über den Zeitpunkt einer möglichen weiteren Leitzinssenkung geliefert. Obwohl er dadurch einige Anleger, die deutlichere Signale erhofft hatten, enttäuschte, reagierten die US-Kreditmärkte nach Händlerangaben gelassen auf Greenspans Äußerungen. Die Renten seien auch in der vergangenen Woche erneut vor allem von den anhaltenden Verlusten der US-Börsen gestützt worden. Dies habe zum Teil zu übertriebenen Kursgewinnen der Staatsanleihen geführt.

"Der Markt war etwas überdehnt. Das war einer der Gründe, warum er am Freitag so einfach wieder einige Gewinne abgeben musste", sagte Bill Hornbarger, Chef-Rentenstratege bei A.G. Edwards & Sons. Die richtungweisende 30-jährige US-Staatsanleihe schloss am Freitag mit 1-01 Punkte im Minus bei 100-03/32 Zählern (Rendite: 5,3674 %). Der Nasdaq-Index fiel bis Handelsschluss um gut drei Prozent auf seinen tiefsten Stand seit Dezember 1998.

Einige Händler sehen die Möglichkeit, dass die Kreditmärkte nach einer kurzen Atempause zum Ende der kommenden Woche wieder zulegen können. "Die Rally wird dann fortgesetzt, wenn die Konjunkturdaten weiter schwach bleiben", sagte Spinello. In der nächsten Woche blicke der Markt dabei vor allem auf die Februar-Arbeitsmarktzahlen am Freitag. Von Reuters befragte Analysten erwarten, dass die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Monat um 62 000 gestiegen ist nach einem Plus von 268 000 im Januar. Bei der Arbeitslosenquote rechnen sie mit einem unveränderten Wert von 4,2 %. Die Daten müssen Spinello zufolge jedoch wesentlich schwächer als erwartet ausfallen, um den US-Staatsanleihen einen neuerlichen Schub zu verleihen. "Es ist gut möglich, dass wir die Hochs bis zur nächsten Fed-Sitzung gesehen haben", sagte er.

Der geldpolitische Ausschuss der US-Notenbank Fed kommt am 20. März zu seiner nächsten Zinssitzung zusammen. Die Fed hatte im Januar in zwei Schritten den Schlüsselzins in den USA um insgesamt 100 Basispunkte auf 5,50 % gesenkt.

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