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US-Kursgewinne trotz schlechter Nachrichten

Schlechte Nachrichten scheinen den US-Börsianern am Dienstag nichts auszumachen. Der Dow Jones Index stieg 1,3 Prozent auf 10535 Zähler. Das Börsenbarometer schloss mit einem Plus von 0,66 Prozent auf 2031 Zählern.

Durchwachsene Unternehmensnachrichten und ein schwächer als erwartet ausgefallenes Verbrauchervertrauen für den Monat Juli konnten die Stimmung nicht trüben. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Sektoren notierte im Plus. Sowohl Chemie- als auch Tabakwerte machten Punkte gut. Neben der Aktie von 3M und Microsoft führte die Aktie von Philip Morris die Gewinnerliste der Dow Jones Werte an. Der Titel legte über vier Prozent an Wert zu. Die Investmentbank Goldman Sachs unterstützte die Branche.

Die Analysten sehen zur Zeit ein gutes Umfeld für Tabakaktien. Nach Angaben des Einzelhandels ist der Zigarettenabsatz in den vergangenen Wochen zufriedenstellend verlaufen. Von Preisdruck sei dabei nicht viel zu spüren, im Gegenteil: in den letzten zwei Monaten haben sich die Preise für Zigaretten erhöht. Goldman Sachs setzt deshalb Philip Morris und Loews auf die Empfehlungsliste. Die Aktie von Philip Morris hat nach Angaben der Experten das Potenzial, sich innerhalb der kommenden zwei Jahre im Wert zu verdoppeln. Pharmawerte legten nach vier Tagen mit Kursverlusten wieder an Wert zu. Das Kursplus bei Merck trieb den Dow Jones Index ebenfalls in die Gewinnzone. Das Papier gewinnt fast 2,5 Prozent an Wert. Auch Bristol-Myers und Pfizer konnten zulegen.

Ins Minus geschlagen zeigen sich dagegen die Aktien der Dienstleistungsunternehmen, der Ölindustrie und Spielzeughersteller. Der Nasdaq Index musste am Nachmittag fast die Hälfte der morgendlichen Gewinne abgeben. Vor allem die Kursgewinne bei Intel und Microsoft trieben das Börsenbarometer ins grüne Terrain. Cisco legte dank positiver Kommentare des Brokerhauses Salomon Smith Barney an Wert zu. Die Analysten rechnen damit, dass der Netzausrüster in der kommenden Woche zufriedenstellende Quartalszahlen vorlegen wird. Kursverluste bei Oracle, Adobe und Nextel begrenzten das Plus ein wenig. Doch nicht die Unternehmensmeldungen sondern vielmehr die Wirtschaftsdaten standen am Dienstag im Mittelpunkt des Interesses.

Und allzu überrascht nahmen die Marktteilnehmer die enttäuschenden Daten zum Verbrauchervertrauen dann trotz allem nicht auf. Der Index des Verbrauchervertrauens ging im Juli mit einem Stand von 116,5 Punkten stärker zurück als erwartet. Die Mehrheit der Experten hatte mit einem Indexstand auf 118 Punkte, dem bisher höchsten Indexstand in diesem Jahr, gerechnet. Bereits am Freitag hatte der von der Universität Michigan veröffentlichte Index zum Verbrauchervertrauen angedeutet, dass die Zuversicht der Konsumenten in die Erholung der US-Konjunktur im vergangenen Monat nachgelassen hat.

Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago fiel im Juli ebenfalls schwächer aus als erwartet. Das Barometer deutet auf sinkende Einzelhandelsumsätze hin.

Zur Abwechslung erfreulich fielen die Daten zum persönlichen Einkommen aus. Das Einkommen der US-Bürger stieg im Juli statt wie erwartet um 0,2 sogar um 0,3 Prozent. Die persönlichen Ausgaben der Amerikaner legte mit 0,4 Prozent ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte stärker zu als prognostiziert. Trotz der vielen Entlassungen und der nach wie vor kränkelnden US-Konjunktur scheinen die Anleger weiterhin kräftig einzukaufen.

Die jüngsten Prognosen der Finanzanalysten von First Call dürften die Marktteilnehmer zudem zuversichtlich gestimmt zu haben. Die Experten rechnen für das erste Quartal 2002 mit einer Erholung der Unternehmensgewinne von über zehn Prozent. Für das Gesamtjahr 2002 erwarten sie einen Gewinnzuwachs von mehr als 20 Prozent. Die Analysten der Credit Suisse und anderer Brokerhäuser hatten gestern bereits für die im S&P 500 notierten Unternehmen eine Erholung von 15 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig haben sie den Werten des S&P 500 Index in den kommenden 18 Monaten ein Anstiegspotenzial von rund 25 Prozent attestiert. Mit einer Erholung im laufenden Geschäftsjahr ist außerdem wohl nicht mehr zu rechnen. Damit dürften sich die Anleger mittlerweile abgefunden haben.

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