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US-Luftwaffe bombardiert Falludscha

Bei Luftangriffen auf mutmaßliche Anhänger des Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi hat die US-Armee am Montag im westirakischen Falludscha mindestens 16 Menschen getötet. Weitere 23 Menschen wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt.

dpa FALLUDSCHA. Bei Luftangriffen auf mutmaßliche Anhänger des Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi hat die US-Armee am Montag im westirakischen Falludscha mindestens 16 Menschen getötet. Weitere 23 Menschen wurden nach Angaben von Krankenhausärzten verletzt.

Das US-Militär erklärte in Bagdad, der "Präzisionsschlag" der Luftwaffe habe einem Treffen von Terroristen der Gruppe um den Jordanier El Sarkawi gegolten. Der Schlag sei "wirksam und genau" gewesen und habe "das Leben unschuldiger Zivilisten verschont". Dieser Darstellung widersprachen Augenzeugen in der Stadt. Neue Kämpfe wurden am Montag auch aus der Nachbarstadt Ramadi gemeldet.

Zuvor war auf einer Islamisten-Seite im Internet eine weitere Erklärung aufgetaucht, die mit dem Namen der Gruppe El Sarkawis "El Tawhid wa El Dschihad" unterzeichnet war. Darin brüsteten sich die Extremisten mit ihren "siegreichen" Anschlägen vom Sonntag. Dazu stellten sie Fotos, auf denen ein am Sonntag im Zentrum von Bagdad zerstörter US-Panzer zu sehen ist, und auf dem Männer stehen, die eine Fahne mit der Aufschrift "El Tawhid wa El Dschihad" schwenken.

Das Gesundheitsministerium in Bagdad berichtete, von Sonntagmorgen bis Montagmorgen seien in den Krankenhäusern von Bagdad, Ramadi, Hilla und Mosul insgesamt 77 Tote gezählt worden. Weitere 202 Menschen seien durch die Anschläge und Gefechte verletzt worden.

Ministerpräsident Ijad Allawi schloss trotz der Gewalt im Irak eine Verschiebung der für Januar geplanten Wahlen aus. Es könne zwar sein, dass die Wahlen in einigen umkämpften Städten zunächst nicht stattfinden könnten, sagte er der britischen Zeitung "The Times" (Montagausgabe). Das bedeute aber nicht, dass deshalb die gesamte Wahl verschoben werde. In einzelnen umkämpften Städten könne die Wahl möglicherweise später nachgeholt werden.

Der italienische Außenminister Franco Frattini forderte am Montag in Kuwait die sofortige Freilassung der beiden im Irak entführten Italienerinnen. Die beiden Frauen seien im Irak gewesen, um Gutes zu tun und der Bevölkerung zu helfen, erklärte der Politiker. Unterdessen wächst die Sorge um die beiden Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation, die am vergangenen Dienstag in Bagdad entführt worden waren. Auf einer Islamisten-Seite im Internet war am Sonntag eine Erklärung aufgetaucht, in der die angeblichen Entführer mit der Ermordung der Frauen innerhalb von 24 Stunden drohten, sollte die italienische Regierung ihre rund 3000 Soldaten nicht aus dem Irak abziehen. Unterzeichnet war die Botschaft mit "Organisation des Islamischen Dschihad im Irak".

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