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US-Märkte bauen Verluste aus

Der Himmel über Wall Street verdunkelt sich am Vormittag. New Yorks wichtigste Aktienindizes bauen ihre Verluste bis zur Mittagsstunde aus.

Denn Kaufargumente bleiben aus. Der Dow Jones Index rutscht 1,6 Prozent in die Verlustzone. Das Börsenbarometer der Nasdaq notiert 2,1 Prozent im Minus.

Turbulente Nachrichten bei Microsoft und die Gewinnwarnung bei Motorola sorgen am Morgen für Bewegung auf dem New Yorker Börsenparkett. Eine Vielzahl von Nachrichten hält die Anleger von Microsoft in Atem. Das US-Justizministerium hat am Morgen entschieden, keine Zerschlagung von Microsoft zu fordern. Damit ist klar, dass auch der Gerichtshof, der diesen Fall bearbeitet, keine Zerschlagung anordnen kann. Die Reaktion der Aktie hält sich jedoch in Grenzen. Grund ist eine wohl falsch interpretierte Aussage des Microsoft-Finanzvorstands auf der Analystenkonferenz des Brokerhauses Salomon Smith Barney. Dort soll der Top-Manager die Prognosen für das laufende Quartal bestätigt haben. Wie sich nun herausstellt, hatte er jedoch lediglich darauf hingewiesen, dass die im Juli offiziell gegebenen Prognosen bisher nicht wieder revidiert wurden. Die Aktie von Microsoft verliert bis zur Mittagsstunde 1,56 Prozent.

Motorola und GAP sorgen mit schlechten Prognosen bei den Anlegern für kalte Füße. Der Chip- und Mobilfunkhersteller warnte am Morgen, dass der Umsatz des dritten Quartals lediglich auf dem Niveau des zweiten Quartals liegen werde. Bisher rechnete das Management mit einem Anstieg um fünf Prozent. Dementsprechend sei nun mit einem Quartalsverlust zwischen fünf und acht Cents pro Aktie zu rechnen. Die Konsensschätzungen liegen derzeit bei einem Verlust von fünf Cents pro Aktie. Gleichzeitig kündigte Motorola an, weitere 2.000 Mitarbeiter zu entlassen. Damit hat der Konzern seit Beginn der Abkühlung insgesamt 32.000 Stellen gestrichen. Das Papier notiert mit 16 Prozent in der Verlustzone.

Doch nicht nur Motorolas Umsatzwarnung belastet den Chipsektor. Mit Spannung warten die Anleger auf die Analystenkonferenz von Intel nach Börsenschluss. Doch pessimistische Analystenkommentare belasten die Aktie im Vorfeld. Der weltgrößte Chiphersteller wird die Umsatz- und Gewinnprognosen für das dritte Quartal senken, erklären einige Händler am Morgen. Der harte Preiskampf und die sinkende Nachfrage könnten die Ergebnisse des weltgrößten Chipkonzerns belasten, so die Experten. Das Papier von Intel rutscht mit 1,7 Prozent ins Minus. Auch die Aktien von Applied Materials, Altera und Texas Instruments büßen ebenfalls an Wert ein.

Was Intel möglicherweise noch bevorsteht, macht GAP am Morgen bereits bekannt. Die US-Bekleidungskette warnt vor enttäuschenden Umsatzzahlen. Die Umsätze von Läden, die seit mindestens einem Jahr geöffnet sind, sind im August um 17 Prozent eingebrochen. Ursprünglich hatte GAP mit einem Umsatzrückgang um fünf Prozent gerechnet. Aufgrund dieser Entwicklung sei es möglich, dass die Umsatzprognosen für das dritte Quartal nicht eingehalten werden können, so das Unternehmen. Die Aktie verliert bis zur Mittagsstunde fast 20 Prozent. Andere Einzelhandelswerte wie Home Depot und Wal-Mart rutschen ebenfalls ins negative Terrain und belasten den Dow Jones Index.

Zudem warten die Anleger gespannt auf die für die Marktstimmung wichtigen Arbeitsmarktdaten für August, die morgen veröffentlicht werden. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen in der vergangenen Woche vom höchsten Stand seit sechs Wochen auf 402 000 Anträge zurück, stiegen jedoch um 2000 Anträge stärker an als erwartet.

Einer der Lichtblicke am trüben Aktienhimmel ist am Donnerstag die Aktie des Internetsektors. Anleger sollten die Kursschwäche bei Yahoo zum Einstieg nutzen, so die Empfehlung von Brokerhaus Lehman Brothers. Das Papier von Yahoo gab in den vergangenen drei Monaten fast 46 Prozent ab und notiert auf einen 52-Wochentief. Das Unternehmen habe das Schlimmste überstanden. Das Abwärtspotenzial der Aktie sei durch das Übernahmepotenzial des Unternehmens begrenzt. Das Papier legt über 2,5 Prozent zu.

Jeff Bezos´ optimistische Prognosen greifen der Aktie von Amazon.com ebenfalls unter die Arme. Der Chef des Online-Konzerns stellt in Aussicht, dass der Onlinebuchhändler im vierten Quartal die Gewinnzone erreichen wird. Doch Anleger und Analysten zeigen sich bisher skeptisch. Die Aktie gewinnt 2,5 Prozent an Wert.

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