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US-Märkte drehen trotz schwachen Umfelds ins Plus

Die US-Märkte drehen zur Mittagsstunde ins Plus. Nach einem schwachen Handelsauftakt notiert der Dow Jones unterdessen mit einem Gewinn von 54 Punkten auf einem Stand von 9319 Punkten.

Der technologie-orientierte Nasdaq streicht ein leichtes Plus von sieben Punkten ein und handelt bei 1753 Punkten.

Offensichtlich lässt sich der Markt von dem schlechten Arbeitsmarktbericht nicht irritieren. Dass die Arbeitslosigkeit noch einmal drastisch stieg, war ohnehin nicht überraschend - wenngleich die Zahlen letztlich schlechter ausgefallen waren, als Marktbeobachter erwartet hatten. Statt einem erwarteten Rückgang von 293 000 Arbeitsstellen, wurden tatsächlich 415 000 Stellen gestrichen. Die Arbeitslosenquote steigt damit auf 5,4 Prozent und erreicht das höchste Niveau sei fast fünf Jahren. Seit März wurden in der privaten Wirtschaft über 1,2 Millionen Stellen abgebaut.

Nach dem Bericht vom frühen Morgen und dem bekanntermaßen starken Einbruch beim nationalen Index der Einkäuferorganisationen rechnen die Analysten des Brokerhauses Lehman Brothers im vierten Quartal und in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 3,5 und 1,5 Prozent. Man könne davon ausgehen, dass die Notenbank am Dienstag die Zinsen um 50 Basispunkte senken wird. Diese Meinung teilen die Experten von Merrill Lynch, Goldman Sachs und J.P. Morgan.

Außer den Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld dominieren zwei Themen den Handel zum Wochenschluss. Zum einen sehen die Händler in Banken und Brokerhäusern derzeit keine günstige Anlage. Die Titel hätten sich seit den Kurseinbrüchen nach dem 11. September schneller erholt als erwartet und wären "nicht mehr billig". Die Titel der Finanzbranche stehen unter Druck und das wirkt sich üblicherweise auf die übrigen Sektoren aus.

Die Aktie von Microsoft hat Verluste vom frühen Morgen indes wett gemacht. Das Unternehmen informierte in einer Pressekonferenz am Firmensitz im Bundesstaat Washington über die Einigung, die man mit dem Justizministerium in Sachen Kartellstreit erreicht hat. Die Investoren sehen den Softwareriesen aus den größten Schwierigkeiten heraus.

Überraschende Gewinne fährt das Software-Unternehmen Bea Systems ein. Obwohl das Unternehmen am Vorabend schwache Quartalszahlen für die abgelaufenen drei Monate vorgelegt hatte, stehen Analysten hinter Bea. Die Credit Suisse First Boston rät nach wie vor zu "kaufen", Bear Stearns bleibt weiterhin "neutral". Bea Systems legt mehr als zehn Prozent und hebt sich damit vom Sektor ab. Der Software Index verliert leicht.

Juniper Networks verliert am Morgen neun, JDS Uniphase sieben Prozent. Die Unternehmen führen einen komplett schwachen Netzwerk-Sektor an. Ebenfalls auf der Verliererstraße sind die Titel der Computerbauer. Compaq verliert nach einem Downgrade von Merrill Lynch mehr als drei Prozent.

Allein die Halbleiterbranche - Tagessieger am Donnerstag, Monatssieger im Oktober - bekommt am Morgen ein neues Upgrade: Die Analysten von ABN Amro sehen gute Wachstumschancen für die Unternehmen und raten zu "kaufen". Die Experten benennen mit Applied Materials und KLA-Tencor zwei Favoriten. Die Papiere der Unternehmen legen im Branchenmittel erneut fast zwei Prozent zu.

Einen der stärksten Sektoren des Tages bilden die Papiere der Krankenversicherer. Cigna hatte am Morgen positive Quartalszahlen vorgelegt und die Konsensschätzung der Wall Street Auguren um fünf Cents übertroffen. Die Cigna Aktie legt mehr als zwölf Prozent zu, andere Papiere wie Humana und Aetna gewinnen jeweils drei Prozent.

Sehr gemischt notiert zum Wochenschluss der Airline-Sektor. Die Analysten von Merrill Lynch meinen vor allem regionale Anbieter und die Marktführer American Airlines und Delta Airlines dürften nach Änderungen in der Unternehmensstruktur gestärkt aus der aktuellen Krise gehen. Letztere legen 2,2 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent zu.

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