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US-Märkte drehten ins Plus

New Yorks Aktienmärkte konnten sich am Donnerstagnachmittag von den Punktverlusten der ersten Handelshälfte erholen. Der Dow Jones kletterte fast 0,5 Prozent auf 10 455 Punkte. Der Nasdaq Index schaffte mit einem Plus von fast zwei Prozent sogar den Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten auf 2022 Zähler.

Nachdem gemischte Wirtschaftsdaten, Entlassungen und schlechte Quartalsdaten die Märkte zunächst belastet hatten, drehten sie dank Schnäppchenjägern und Kursgewinne im Chipsektor schließlich ins Plus.

Mit trüben Prognosen hatte Hewlett-Packards Vorstandschefin Carly Fiorina die Marktteilnehmer verunsichert: "Die Weltkonjunktur befindet sich weiterhin im Rückwärtsgang und hat sich im Quartalsverlauf zunehmend verschlechtert", sagte sie am Morgen. Die Aktie des Computerkonzerns fiel am Donnerstag auf ein neues 52-Wochentief. Hewlett-Packard wird die Belegschaft um weitere 6000 Mitarbeiter reduzieren, um Betriebskosten von jährlich 500 Millionen Dollar zu sparen. Der Umsatz werde im dritten Quartal bis zu 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Aktie von Hewlett-Packard verlor über sechs Prozent an Wert.

Zuvor hatte Computerhersteller Compaq die Marktteilnehmer mit schlechten Prognosen konfrontiert. So war es am Donnertag kein Wunder, dass gerade Computeraktien den Handel zunächst belasteten. Kursverluste bei Hewlett-Packard, IBM und Microsoft zogen den Dow Jones Index zunächst ins Minus. Während Hewlett-Packard sich über den Tag nicht von den Verlusten erholen konnte, schaffte es Microsoft den Verlust zu begrenzen Besorgte Anleger hatten sich im Vorfeld von Microsofts Analystenkonferenz von ihrer Aktie getrennt. Doch präsentierte Microsoft den Experten auf der Konferenz wenig Neues. "And no News are good News", dachten sich die Anleger und stiegen wieder ein. Die Aktie von Microsoft reduzierte die Kursverluste auf 1,3 Prozent. Neben IBM schaffte auch Computerhersteller Compaq am Nachmittag den Sprung ins Plus. Das Management hatte für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von 80 Prozent ausgewiesen und für das laufende Quartal keine Besserung in Aussicht gestellt. Konkurrent Dell erholte sich ebenfalls, schloss aber mit einem Minus von 0,5 Prozent im negativen Terrain.

Ungeschlagen gute Quartalsergebnisse legte Corning vor. Der Glasfaserspezialist konnte die Gewinnprognose für das zweite Quartal deutlich schlagen. Angekurbelt wurde der Geschäftsverlauf in dem Quartal durch einen Anstieg der Nachfrage für Glasfaserkabel um 25 Prozent. Da die Geschäftsentwicklung bei der derzeitigen Wirtschaftslage schwierig vorher zu sagen sei, gab das Management jedoch keinen Ausblick. Die Anleger sind trotzdem zufrieden. Der Titel gewann 13 Prozent. Die Aktie von JDS Uniphase und das Papier von Ciena legten ebenfalls an Wert zu. Gespannt warten die Anleger auf die Quartalsergebnisse von JDS Uniphase. Das Unternehmen wird nach Börsenschluss die Zahlen vorlegen.

Neben Quartalsergebnissen und Unternehmensprognosen beschäftigten die Anleger amDonnertag auch die jüngsten Wirtschaftsdaten. Erst die erfreuliche Nachricht: Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ging in der vergangenen Woche mit 366 000 Anträgen stärker zurück als erwartet. In der Vorwoche hatten 417 000 Arbeitslose Anträge auf Unterstützung gestellt. Das deutet darauf hin , dass die US-Wirtschaft auf dem Weg der Besserung sein könnte. Ebenfalls rückläufig, doch in diesem Fall eher unerfreulich, ist die Tatsache, dass auch das Auftragsvolumen für langlebige Güter im Juni um zwei Prozent stärker schrumpfte als erwartet. Das US-Wirtschaftsministerium hat einen Auftragsrückgang von 2,7 Prozent bekannt gegeben. Die Mehrheit der Experten hatte lediglich mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet. Der Index der Arbeitskosten fiel mit 0,9 Prozent ebenfalls geringer aus als prognostiziert.

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