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US-Märkte durch Nahost-Krise beeinträchtigt

Die US-Märkte starteten im Minus in den Donnerstagshandel, drehen aber kurz nach dem Auftakt leicht ins Plus. Wie bereits in den vergangenen Tagen beobachten die Investoren beunruhigt die sich zuspitzende Lage im Nahen Osten. Eine Reihe von Gewinnwarnungen, darunter das Pharma-Schwergewicht Bristol-Myers Squibb, trägt zur eher gedämpften Stimmung bei.

NEW YORK. Eine der wenigen guten Nachrichten kommt aus dem Tech-Sektor: Dell Computers hat die Prognosen leicht angehoben. Doch Anleger beeindruckt offenbar mehr eine Ertragswarnung von Softwarehersteller Compuware . Das belastet auch die Branchenkollegen Rationale Software, EMC und Computer Associates.

Schlechte Nachrichten kommen auch vom Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosigkeit lagen in der letzten Märzwoche bei 460 000 und sind damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten geklettert. Erwartet hatten Beobachter 380 000 Anträge.

Der zahlenmäßige Anstieg ist nach Angaben des Arbeitsministeriums vor allem durch Langzeitarbeitslose ausgelöst worden, die eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes beantragt haben. Jetzt erwartet die Wall Street mit Spannung die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten für den gesamten Monat März. Immerhin sehen Marktteilnehmer eine positive Seite - eine Zinserhöhung rücke damit weiter in die Ferne. Sie sind fast sicher, dass die Notenbank am 7. Mai die Zinsen nicht anheben wird.

Bei den Standardwerten wirkt sich vor allem die Ertragswarnung von Bristol-Myers Squibb aus. Bereits zum Wochenauftakt hat sich der Pharmakonzern besorgt über hohe Lagerbestände im Medikamentengroßhandel geäußert. Am Mittwoch nach Börsenschluss überraschte das Unternehmen die Marktteilnehmer mit einer Gewinnwarnung. Analysten hatten bisher mit einem Gewinn in Höhe von 56 Cents pro Aktie gerechnet. Dem Management zufolge sei der Gewinn im ersten Quartal um 25 bis 30 % gefallen, so dass voraussichtlich lediglich ein Ertrag von 44 bis 47 Cents pro Aktie erzielt wird. Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz sieben Prozent geringer ausgefallen.

Auch der Kurs von General Motors dürfte heute unter Druck sein: Der weltgrößte Automobilkonzern ruft 1,9 Millionen Fahrzeuge seiner Automobilflotte zurück. Aufgrund einer defekten Zündung - die unmittelbar nach dem Starten des Motors zu Feuer und Rauchentwicklung führen kann - müssen die betroffenen Modelle zur Behebung des Schadens in die Werkstätten. Das Ausmaß der GM-Rückrufaktion übertrifft die 1,6 Millionen Fahrzeuge, die DaimlerChrysler im Februar diesen Jahres durchführte. Die Absatzzahlen von General Motors waren im letzten Monat leicht rückläufig - jedoch immer noch besser als bei der Konkurrenz..

Nach optimischen Vorhersagen von Dupont am Vortag leiden die Chemiewerte am Donnerstag durch Kommentare von Merrill Lynch. Die steigenden Ölpreise machen sich zunehmend in den verschiedensten Sparten negativ bemerkbar. Das dürfte nicht mehr nur den Fluggesellschaften zu schaffen machen, sondern zunehmend auch den Chemie-Konzernen. Laut Merrill Lynch dürften die Ergebnisse im ersten Quartal die niedrigen Schätzungen zwar noch schlagen. Die steigenden Rohstoffkosten und kletternden Energiepreise sollten jedoch die Ergebnisse im weiteren Jahresverlauf schmälern. Der gesamte Sektor, unter anderem auch DuPont, wird dementsprechend abgestuft.

Dell enttäuscht die Investoren nicht: Die Nummer Eins unter den PC-Herstellern kann die Prognosen der Analysten möglicherweise leicht übertreffen. Im laufenden Quartal rechnet das Management mit einem Gewinn je Aktie von 16 Cent. Das deckt sich mit den Vorhersagen der Analysten. Die Umsätze des Unternehmens dürften sich auf 7,9 Milliarden Dollar belaufen - gegenüber dem Vorquartal entspricht das einer Abnahme von zwei Prozent.

Eine Personalie gibts von Microsoft: Der Präsident und operative Vorstand, Rick Belluzzo, nimmt seinen Hut. Ein aus Sicht der Analystenwelt überraschender Schritt. Belluzzo hat seinen Posten erst im Februar letzten Jahres bezogen. Wie bekannt wurde, sollen die Einzelbereiche des Konzerns durch eine Restrukturierung zukünftig mehr Autonomie bekommen. Belluzzo wurde als Nachfolger des jetztigen Microsoft Vorstandsvorsitzenden Steve Ballmer gehandelt.

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