US-Märkte fast unbewegt
Unentschlossenheit an der Wall Street

Rauf oder runter? - Die US-Märkte können sich zur Wochenmitte nicht auf eine Richtung einigen. Nach einer viertägigen Rally bleibt der Dow Jones heute nahe dem Eröffnungskurs. Das Börsenbarometer der 30 US-Industriewerte notiert zur Mittagsstunde mit einem Verlust von vier Punkten auf 9 587 Punkten. Die Nasdaq hat es, trotz schwacher Tech-Werte, mittlerweile ins Plus geschafft. Neun Zähler hat der Index der Tech-Werte zugelegt.

Die Orientierungslosigkeit auf dem New Yorker Parkett ist zum Teil bedingt durch Wirtschaftsdaten, die am Morgen veröffentlich worden waren. Die US-Produktivität ist im vergangenen dritten Quartal um 2,7 Punkte gestiegen. Kauflaune macht dies jedoch nicht, da ein Rückgang im laufenden Quartal droht. Am Nachmittag werden die Zahlen zu den Konsumenten-Krediten veröffentlicht. Die Spannung hält sich in Grenzen.

So sind es am Mittwoch weniger Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld, die den Handel beeinflussen, sondern Unternehmensmeldungen. Die von Ciena beispielsweise. Der Netzwerkservice-Provider AFN wird Ciena als Partner für den Aufbau seiner Glasfaser-Netze wählen. Die Aktie gewinnt mehr als drei Prozent. Dass die Analysten der UBS Warburg am Morgen auf Grund massiver Auftragsrückgänge das Kursziel für die Ciena-Aktie von 24 Dollar auf 19 Dollar gesenkt haben, spielt im Mittagshandel keine Rolle mehr. Zumal das Brokerhaus Robertson Stephens dem Unternehmen - dank AFN - Stabilität attestiert.

Neuigkeiten aus dem Hause Hewlett-Packard belasten den Handel. Nachdem am Dienstag die Familie Hewlett ihre Zustimung zum Compaq-Merger versagt hatte, will nun auch David Packard gegen den Zusammenschluss mit dem Computerhersteller stimmen. Da die Meinung der Familien für viele Anleger richtungsweisend sein könnte, wird die Fusion immer unwahrscheinlicher. Das Management des Druckerherstellers indes besteht darauf, den 21-Milliarden-Dollar-Deal auszuführen. Streit innerhalb des Konzerns ermutigt die Anleger nicht gerade zum Aktienkauf. Hewlett-Packard verliert 1,8 Prozent. Compaq gibt 6,7 Prozent ab.

Unterstützung bekommt der Dow Jones hingegen von der Aktie der Citigroup. Das Bankhaus hatte Analysten am Dienstagabend über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Danach liegt vor allem im Privatkundengeschäft alles im grünen Bereich. In den nächsten fünf Jahren will Citigroup die Gewinne in diesem Sektor verdoppeln. Goldman Sachs wertet das Papier auf, Citigroup legt 1,5 Prozent zu.

Einen weiteren Vers im Klagelied der Airlines hat am Morgen US Airways auf den Markt gebracht. Nach wie vor fielen 27 Prozent aller Flüge aus, der Rückgang der Einnahmen - im Unternehmen wie in der Branche - sei katastrophal. US Airways verliert mehr als sieben Prozent, und auch die Aktien der übrigen großen Carrier geben nach. Allein die regionalen Anbieter zeigen eine passable Performance. Frontier und Mesa Airlines beispielswiese notieren erneut im grünen Bereich und seit den Attacken des 11. September deutlich über dem Branchenmittel.

Die Aktie von Lands End stärkt den Einzelhandelssektor, der sonst komplett im roten Bereich notiert. Das Versandhaus hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 12, 1 Millionen Dollar oder 41 Cents pro Aktie eingefahren. Analysten hatten mit einem Anteilsplus von 18 Cents gerechnet. Goldman Sachs wertet das Papier am Morgen auf und nennt Lands End einen "überdurchschnittlichen Marktperformer", Lands End legt 14 Prozent zu.

Die Tech-Werte ruhen zur Wochenmitte. Große Aktivität ist weder bei den zuletzt so volatilen Titeln der Netzwerk- und Halbleitersektoren festzustellen, noch bei den Biotech-Unternehmen. Einzig in Bewegung ist der Bereich Software. Der Branchenindex legt fast zwei Prozent zu. Mit Ausnahme von Microsoft notieren alle Werte in der Gewinnzone. Doch auch die Aktie des Softwareriesen aus Seattle hat sich von den Tiefstständen erholt. Das Betriebssystem Windows XP verbreite sich am Markt schneller als erwartet, heißt es, - schon mehr als zwei Prozent der Internetnutzer arbeiten nach Firmenangaben mit dem erst zwei Wochen alten Programm. Außerdem wollen drei bis vier weitere Staaten die außergerichtliche Einigung Microsofts mit dem Justizministerium nun doch unterschreiben, was das Unternehmen erneut entlasten würde.

Nach wie vor unter Druck steht der Telekommunikationssektor. Der Mobilfunkanbieter Qualcomm verliert zwei Prozent. Das Unternehmen hat die Analystenerwartungen für das dritte Quartal verfehlt. Viel schwerer wiegt jedoch, dass die Analysten von Merrill Lynch davon ausgehen, dass branchenweit die Investitionen in Festnetz und Funknetz im Jahr 2002 um 20 Prozent und im Jahr 2003 um weitere sechs Prozent zurückgehen werden. Die Credit Suisse First Boston stützt diese Ansicht und warnt vor Kursverlusten beim Handy-Hersteller Nokia, der vorweihnachtlich weniger Nachfrage erfährt als erwartet. Nokia und Ericsson geben jeweils mehr als drei Prozent ab. Auch die Hersteller von Telekommunikationschips verlieren.

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