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US-Märkte im Minus

Die Wall Street schloss den dritten Tag in Folge im Minus. Eine Fülle schlechter Quartalszahlen belastete die Märkte. Neben Lucent Technologies, AT&T und Exxon Mobil sorgte auch Internetbuchhändler Amazon am Dienstag mit enttäuschenden Quartalszahlen für trübe Stimmung auf dem New Yorker Börsenparkett.

Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index bauten die Verluste im Tagesverlauf aus. Der Index der 30 US-Standardwerte beendete den Handelstag mit einem Minus von 1,76 Prozent auf 10 241 Punkten. Der Nasdaq Index entfernte sich weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 2000 Punkte, unter die er bereits am Vortag gefallen war. Das Börsenbarometer stand nach Handelsschluss um 1,5 Prozent niedriger auf 1959 Zählern.

Notenbank-Chef Alan Greenspan lieferte in seiner Rede vor dem Finanzausschuss in Washington am Dienstag wenig neue Impulse. Der Notenbankhäuptling bekräftigt in seinem Rechenschaftsbericht zum Stand der US-Konjunktur und Geldpolitik, dass die reduzierten US-Leitzinsen und die Steuerpolitik von US-Präsident George W. Bush zu einer Konjunkturerholung bis Ende des Jahres beitragen werden. Ein erhöhtes Inflationsrisiko sieht "Big Al" trotz Steuersenkungen und niedrigerer Zinsen jedoch nicht.

Verlierer des Tages dürfte die Aktie von Amazon gewesen sein. Das Papier verlor 25 Prozent und musste damit den größten prozentualen Kursverlust seiner Geschichte hinnehmen. Der weltweit größte Online-Einzelhändler wird die Umsatzerwartungen für das laufende Halbjahr voraussichtlich verfehlen. Auch Amazon habe unter den sinkenden Konsumentenausgaben zu leiden, erklärt die Unternehmensleitung. Der Onlinehändler hatte immerhin für das zweite Quartal zufriedenstellende Quartalszahlen liefern können. Neben Amazon notierten auch Ebay und Yahoo schwächer.

Doch das waren nicht die einzigen Werte, die den Nasdaq-Index Punkte kosteten. Kursverluste bei Software- und Telekommunikationstiteln trieben das Börsenbarometer zudem ins negative Terrain. Microsoft und Nextel standen ganz oben auf der Verliererliste.

Nextel, der fünftgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA, musste im zweiten Quartal einen höheren Verlust als im Vorjahresquartal hinnehmen. Der Fehlbetrag fiel zudem höher aus als von Analysten erwartet. Dass das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Drittel auf 1,88 Milliarden Dollar steigern konnte, nützte der Aktie am Dienstag wenig. Im Sog von Lucent Technologies pessimistischen Prognosen rutschte die Nextel-Aktie über acht Prozent ins Minus.

Telekommunikationsausrüster Lucent Technologies und Telefondienstleister AT&T setzten den Telekommunikationssektor am Dientag mit ernüchternden Quartalsdaten unter Druck. Lucent rutsche im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen. Der Umsatz ging um 1,6 Milliarden Dollar zurück. Nun will das Unternehmer 15 000 bis 20 000 Stellen abbauen. AT&T geht es nicht besser. Der Telefonriese musste im vergangenen Quartal einen Gewinnrückgang um satte 91 Prozent hinnehmen. Der harte Wettbewerb und der scharfe Preiskampf im Bereich der Ferngespräche sind der Grund für das enttäuschende Quartalsergebnis, erklärt das Management. Das Papier von Lucent sackte im Handelsverlauf um 18 Prozent ab. AT&T verlor bis zu drei Prozent.

Damit zählte AT&T den der 29 Verlierern unter den 30 Dow Jones Werten. Denn nur einer der US-Standardwerte, McDonald´s, schaffte es, sich bis Handelsschluss im Plus zu behaupten. Gute Quartalszahlen hoben die Aktie über zwei Prozent ins positive Terrain. Die größte Restaurantkette der Welt konnte die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 34 Cents pro Aktie erfüllen. Der Vorstand hält an den Gewinnprognosen für das Gesamtjahr fest.

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