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US-Märkte notieren einheitlich im Minus

"Die Weltkonjunktur befindet sich weiterhin im Rückwärtsgang und hat sich im Quartalsverlauf zunehmend verschlechtert", sagte Hewlett-Packards Vorstandschefin Carly Fiorina am Morgen. Die Aktie des Computerkonzerns fällt am Vormittag auf ein neues 52 Wochentief. Hewlett-Packard reduziert die Belegschaft um weitere 6000 Mitarbeiter, um Betriebskosten jährlich von 500 Millionen Dollar zu sparen.

Ferner warnt der Konzern, dass der Umsatz im dritten Quartal bis zu 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Die Aktie von Hewlett-Packard verliert fast vier Prozent an Wert. Bereits am Mittwoch nach Handelschluss hatte auch Computerhersteller Compaq die Marktteilnehmer mit schlechten Prognosen konfrontiert. Es ist also kein Wunder, dass gerade Computeraktien den Handel belasten.

Der Dow Jones Index baut seine Verluste aus. Hewlett-Packard, IBM und Softwaretitel Microsoft treiben das Börsenbarometer ins Minus. Microsoft wird im Laufe des Tages eine Analystenkonferenz abhalten. Auch Compaq büßt an Wert ein, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 80 Prozent von hinnehmen musste. Die Prognosen des Managements für das laufende Quartal bleiben unter den Erwartungen der Analystengilde. Die Aktie von Konkurrent Dell verliert ebenfalls an Wert. Neben Quartalsergebnissen und Unternehmensprognosen beschäftigen die Anleger heute auch die jüngsten Wirtschaftsdaten.

Erst die erfreuliche Nachricht: Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ging in der vergangenen Woche mit 366 000 Anträgen stärker zurück als erwartet. In der Vorwoche hatten 417 000 Arbeitslose Anträge auf Unterstützung gestellt. Das deutet darauf hin , dass die US-Wirtschaft auf dem Weg der Besserung sein könnte. Ebenfalls rückläufig, doch in diesem Fall eher unerfreulich, ist die Tatsache, dass auch das Auftragsvolumen für langlebige Güter im Juni um zwei Prozent stärker schrumpfte als erwartet. Das US-Wirtschaftsministerium hat einen Auftragsrückgang von 2,7 Prozent bekannt gegeben. Die Mehrheit der Experten hatte lediglich mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet. Der Index der Arbeitskosten fiel mit 0,9 Prozent ebenfalls geringer aus als erwartet.

Nach einen uneinheitlichen Handelsstart rutscht auch der Nasdaq Index am Vormittag in die Verlustzone. Neben den Kursverlusten von Microsoft ziehen auch die Aktien von Qualcom, Cisco Systems, Oracle und Intel das Börsenbarometer ins negative Terrain.

Geringen Ausgleich schaffen nur die Punktgewinne von Worldcom. Trotz des Ertragseinbruchs von 83 Prozent im zweiten Quartal notiert die Aktie stärker. Der Telekommunikationskonzern verfehlte mit einem Gewinn von 20 Cents pro Aktie die Gewinnerwartungen der Analysten um einen Cent. Die Anleger scheint das wenig zu beunruhigen. Die Aktie gewinnt über fünf Prozent.

Frischer Wind weht am Morgen im Glasfasersektor. Bei Corning freuen sich die Anleger über die deutlich geschlagene Gewinnprognose für das zweite Quartal. Der größte Hersteller von Glasfaserkabeln hat die Erwartungen der Experten mit einem Gewinn von 29 Cents pro Aktie um satte elf Cents übertroffen. Die Umsatzvorhersagen konnten mit 1,9 Milliarden Dollar um 200 Millionen Dollar geschlagen werden.

Angekurbelt wurde der Geschäftsverlauf in dem Quartal durch einen Anstieg der Nachfrage für Glasfaserkabel um 25 Prozent. Das Exportgeschäft entwickelte sich mit einem Anstieg um 70 Prozent mehr als zufriedenstellend. Da die Geschäftsentwicklung bei der derzeitigen Wirtschaftslage schwierig vorher zu sagen sei, macht das Management keine Prognosen. Die Anleger sind trotzdem zufrieden. Der Titel gewinnt fünf Prozent an Wert. Die Aktie von JDS Uniphase und das Papier von Ciena legen ebenfalls an Wert zu. JDS Uniphase wird heute nach Börsenschluss Quartalsdaten vorlegen.

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