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US-Märkte schlugen sich wacker

New Yorks Aktienmärkte schlugen sich am Freitag tapfer. Bei enttäuschenden Quartalsergebnissen und pessimistischen Unternehmensprognosen hätte der Handelstag zum Wochenschluss weit schlimmer verlaufen können. Vor allem Softwareaktien gerieten wegen Microsofts trüber Aussichten ins Wanken. Auch Chipwerte gerieten unter Druck.

Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index konnten am Nachmittag einen Teil der Punktverluste wieder gut machten. Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte dämmte die Verluste auf ein Minus von 0,3 Prozent ein und schloss bei 10576 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Index reduzierte die Punkteinbußen von zwischenzeitlich über 1,4 Prozent auf 0,8 Prozent und ging mit 2030 Zählern aus dem Handel.

Vor allem die verhaltenen Prognosen von Indexschwergewicht Microsoft kosteten sowohl den Dow Jones als auch den Nasdaq Index als größter Tagesverlierer Punkte. Wegen des sinkenden PC-Absatzes reduziert der Softwaregigant die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal um fünf Cents pro Aktie. Der Umsatz wird voraussichtlich 200 Millionen Dollar unter den bisherigen Erwartungen von 6,2 Milliarden Dollar liegen. Der Titel von Microsoft büßte 4,7 Prozent auf 69,18 Dollar ein. Auch die Aktie von Dell notierte mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 27,90 Dollar in der Verlustzone. Dells Konkurrent Gateway verlor sogar mehr als 26 Prozent auf 10,75 Dollar. Der Auslöser hier war vor allem die um satte 400 Millionen Dollar verfehlte Umsatzprognose des PC-Vertreibers . Zudem fiel der Verlust mit sechs Cents pro Aktie um vier Cents höher aus als erwartet. Wegen der angespannten Lage berät das Management nun über "drastische" Restrukturierungsmaßnahmen. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen die Geschäftsprognosen für die laufende Jahreshälfte.

Auch Chiphersteller notierten nach schlechten Quartalsresultaten von Vitesse und Xilinx im Minus. Der Umsatz von Chiphersteller Vitesse ging im dritten Quartal um 47 Prozent zurück. PMC-Sierra rutschte 13 Prozent auf 27,24 Dollar ins Minus, nachdem der Hersteller von Telekommunikationschips am Donnerstag vor enttäuschenden Umsatzzahlen und einem größeren Quartalsverlust warnte. Neben PMC-Sierra notierten auch die Papiere von Applied Micro Circuits schwächer. Auch Xilinx, dem größten Hersteller programmierbarer Chips, geht es offenbar an den Kragen. Die Aktie verlor 7,3 Prozent auf 37,90 Dollar, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 80 Prozent verkraften musste. Der Gewinn brach von 27 Cents pro Aktie im Vorjahreszeitraum auf fünf Cents pro Aktie ein.

Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. Für frischen Wind im Internetbereich sorgen die guten Quartalszahlen von Ebay. Gleich nach Serverhersteller Sun Microsystems gehörte die Aktie von Ebay zu den größten Gewinnern auf der Nasdaq-Seite. Das Internetauktionshaus konnte den Gewinn im dritten Quartal mehr als verdreifachen. Der Ertrag lag mit zwölf Cents pro Aktie zudem drei Cents über den Erwartungen des Marktes. Damit hat Ebay nun im siebten Quartal in Folge die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Zukunftsaussichten sind rosig. Der Umsatz soll während des zweiten Halbjahres mindestens 385 Millionen Dollar betragen und damit die aktuellen Erwartungen von 368 Millionen Dollar schlagen. Neben dem Papier von Ebay, das mit einem Plus von 3,7 Prozent oder 66,80 Dollar aus dem Rennen ging, notierten auch die Aktien von Internetkollege Amazon und Yahoo freundlich. Priceline konnte sich von der guten Laune nicht mitreißen lassen und beendete den Handelstag mit einem Kursverlust von fast 0,5 Prozent auf 8,40 Dollar.

© Wall Street Correspondents Inc.

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