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US-Märkte starten schwächer

New Yorks Aktienmärkte eröffnen im Minus. Kursverluste bei Softwareaktien und im Telekommunikationssektor ziehen die wichtigsten US-Indizes ins negative Terrain. Pharma- und Einzelhandelstitel büßen ebenfalls an Wert ein. Nicht zuletzt sind die jüngsten Quartalszahlen an der trüben Stimmung schuld. Zudem warten die Marktteilnehmer gespannt auf die Rede von Notenbank-Chef Alan Greenspan.

Der Häuptling der US-Leitzinsen wird heute vor dem Finanzausschuss in Washington den zweiten Teil seines halbjährlichen Rechenschaftsberichts zum Stand der Konjunktur und Geldpolitik ablegen. Greenspan hatte in seiner Rede in der vergangenen Woche weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen. Der künftige Konjunkturverlauf sei nach wie vor nicht genau zu prognostizieren. Das bestätigen am Morgen erneut die jüngsten Quartalsergebnisse. Vor allem die wieder einmal nach unten korrigierten Prognosen im Telekommunikationsbereich zeigen, dass es mit der US-Wirtschaft noch nicht zum Besten bestellt sein dürfte.

Lucent Technologies büßten über 14 Prozent an Wert ein, nachdem der größte US-Hersteller von Telekom-Technologie im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen rutschte. Der Verlust vor außerordentlichen Kosten fiel mit 35 Cents pro Aktie 14 Cents höher als erwartet aus. Der Umsatz ging um 1,6 Milliarden Dollar auf 5,82 Milliarden Dollar zurück. Das Unternehmen will 15 000 bis 20 000 Stellen abbauen. Dividendenzahlungen wird es für Lucent-Aktionäre vorerst nicht geben. Umstrukturierungskosten von 1,2 Milliarden Dollar und außerordentliche Kosten von sieben bis neun Milliarden Dollar werden das laufende Quartal belasten. Das Management ist jedoch optimistisch und plant im Fiskaljahr 2002 wieder die Gewinnzone zu erreichen.

Auch Nextel, der fünftgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA, baute im zweiten Quartal den Verlust auf 56 Cents pro Aktie aus und erwirtschaftete einen höheren Fehlbetrag als von Analysten erwartet. Dass das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Drittel auf 1,88 Milliarden Dollar steigerten konnte, nützt der Aktie heute wenig. Im Sog von Lucent Technologies rutscht die Aktie ebenfalls über sechs Prozent ins Minus.

AT&T steht ganz oben auf der Verliererliste der Dow Jones Werte. Der Gewinn des Telefonriesen ging im vergangenen Quartal um satte 91 Prozent zurück. Der harte Wettbewerb und der scharfe Preiskampf im Bereich der Ferngespräche sind der Grund für das enttäuschende Quartalsergebnis, erklärt das Management. AT&T verliert im Handel über zwei Prozent. Die schlechten Nachrichten ziehen Worldcom mit ins negative Terrain.

Neuigkeiten bewegen den Chipsektor. Bereits gestern nach Handelsschluss hat Texas Instruments Quartalsergebnisse gemeldet. Der Chiphersteller, der rund zwei Drittel der Chipnachfrage auf dem Mobilfunksektor bedient, muss wegen sinkender Umsatzzahlen im zweiten Quartal einen Verlust ausweisen. Im dritten Quartal soll der Umsatz im Vergleich zum vergangenen Quartal um zehn bis 15 Prozent zurück gehen. Hoffnungsschimmer für den Sektor: Die Chipnachfrage hat sich in den vergangenen Wochen auf dem Mobilfunksektor leicht erholt, sagt zumindest Texas Instruments CFO Bill Aylesworth. Salomon Smith Barney, Bear Stearns und Dresdner Kleinwort bestätigen die Aktie mit "kaufen". Die Experten von Credit Suisse First Boston reduzieren dagegen die Prognosen. Die Aktie von Texas Instruments tendiert leicht schwächer. Konkurrent Intel notiert dagegen 0,5 Prozent im Plus.

Ein kühler Wind weht am Morgen im Internetsektor. Amazon wird die Umsatzerwartungen für das dritte und vierte Quartal voraussichtlich verfehlen. Zwar wies der Online-Shop hat am Montag nach Börsenschluss mit einem Verlust von 17 Cents pro Aktie einen geringeren Fehlbetrag aus als von den Analysten erwartet. Das Unternehmen konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 668 Millionen Dollar gesteigert. Doch gingen die Einnahmen im Vergleich zum ersten Quartal 2001 zurück. Bei solch trüben Prognosen war die Freude der Marktteilnehmer über die engere Zusammenarbeit von Amazon und AOL Time Warner begrenzt. Die Unternehmen hatten nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse bekannt gegeben, dass AOL 100 Millionen Dollar in Amazon investieren wird. Doch der Aktie von Amazon nützt das am Morgen wenig. Das Papier gehört zu den am meisten gehandelten Aktien und verliert über zwanzig Prozent. Auch Ebay und Yahoo büßen an Wert ein.

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