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US-Märkte tendieren stärker

Schlechte Nachrichten scheinen die US-Börsianer am Dienstag nicht zu stören. Gemischte Unternehmensnachrichten und ein schwächer als erwartet ausgefallenes Verbrauchervertrauen für den Monat Juli können die Stimmung nicht trüben.

Im Gegenteil: Die Mehrheit der Sektoren notiert im Plus. Chemie- als auch Tabakwerte notieren stärker. Neben der Aktie von 3M und Microsoft führt auch die Aktie von Philip Morris die Gewinnerliste der Dow Jones Werte an. Die Investmentbank Goldman Sachs sieht zur Zeit ein gutes Umfeld für Tabakaktien. Nach Angaben des Einzelhandels ist der Zigarettenabsatz in den vergangenen Wochen zufriedenstellend verlaufen. Von Preisdruck ist dabei nicht viel zu spüren, im Gegenteil: in den letzten zwei Monaten haben sich die Preise für Zigaretten erhöht. Goldman Sachs setzt deshalb Philip Morris und Loews auf die Empfehlungsliste. Die Aktie von Philip Morris hat nach Angaben der Experten das Potenzial, sich innerhalb der kommenden zwei Jahre im Wert zu verdoppeln.

Pharmawerte legen nach vier Tagen mit Kursverlusten wieder an Wert zu. Kursgewinne bei Merck treiben den Dow Jones Index ebenfalls in die Gewinnzone.

Im Minus abgeschlagen zeigen sich dagegen die Aktien der Dienstleistungsunternehmen der Ölindustrie und Spielzeughersteller. Sowohl der Nasdaq als auch der Dow Jones Index notieren zur Mittagsstunde 1,5 Prozent im Plus. Den Nasdaq Index treiben vor allem die Kursgewinne bei Intel und Microsoft ins Plus. Kursverluste bei Electronic Arts und Adobe mindern den Gewinn ein wenig. Doch nicht die Unternehmensmeldungen sondern vielmehr die Wirtschaftsdaten stehen heute im Mittelpunkt des Interesses.

Und allzu überrascht nehmen die Marktteilnehmer die enttäuschenden Daten zum Verbrauchervertrauen dann doch nicht auf. Der Index des Verbrauchervertrauens ging im Juli mit einem Stand von 116,5 Punkten stärker zurück als erwartet. Die Mehrheit der Experten hatte mit einem Indexstand auf 118 Punkte, dem bisher höchsten Indexstand in diesem Jahr, gerechnet. Bereits am Freitag hatte der von der Universität Michigan veröffentlichte Index zum Verbrauchervertrauen angedeutet, dass die Zuversicht der US-Konsumenten in die Erholung der US-Konjunktur im vergangenen Monat nachgelassen hat.

Erfreulicher fielen da die Daten zu dem persönlichen Einkommen aus. Das Einkommen der US-Bürger stieg im Juli statt wie erwartet um 0,2 sogar um 0,3 Prozent an. Die persönlichen Ausgaben der Amerikaner stiegen mit 0,4 Prozent ebenfalls um 0,1 Prozentpunkt stärker als prognostiziert. Trotz der vielen Entlassungen und der nach wie vor kränkelnden US-Konjunktur scheinen die Anleger weiterhin kräftig einzukaufen.

Die jüngsten Prognosen der Finanzanalysten von First Call dürften die Marktteilnehmer zudem zuversichtlich gestimmt zu haben. Die Experten rechnen für das erste Quartal 2002 mit einer Erholung der Unternehmensgewinne von über zehn Prozent. Für das Gesamtjahr 2002 erwarten sie ein Gewinnzuwachs von mehr als 20 Prozent. Die Analysten der Credit Suisse und anderer Brokerhäuser hatten gestern bereits für die im S&P 500 notierten Unternehmen eine Erholung von 15 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig haben sie den Werten des S&P 500 Index in den kommenden 18 Monaten ein Anstiegspotenzial von rund 25 Prozent attestiert. Mit einer Erholung im laufenden Geschäftsjahr ist scheinbar nicht mehr zu rechnen. Damit dürften sich die Anleger mittlerweile abgefunden haben.

Eine Gewinnwarnung bei Mercury Computer Systems belastet die Aktie. Der Titel verliert über ein Drittel an Wert, nachdem der Hersteller von Computersystemen ankündigte, die Gewinnprognosen für das erste Quartal nicht erfüllen zu können. Das Management prognostiziert, dass der Gewinn fast zwölf Prozent geringer ausfallen wird als das Vorjahresergebnis.

Gespannt sind die Anleger auch auf das Analystentreffen bei Motorola. Nach ersten Spekulationen wird Motorola einen "small deal" bekannt geben und Prognosen über den weiteren Geschäftsverlauf treffen. Die Aktie gewinnt 0,5 Prozent.

Ein Analystentreffen wird am Donnerstag auch EMC abhalten. Dabei rechnen die Analysten von Goldman Sachs mit einer Konfrontation. Investoren stellen die Strategie des Konzerns in Frage. So versucht das Management durch einen Preiskrieg, die stärker werdende Konkurrenz wie Dell Computer und IBM aus dem Rennen zu drücken. Die Strategie, so ist man sich an der Wall Street einig, dürfte jedoch auf Dauer nicht funktionieren und zu lediglich niedrigeren Gewinnmargen führen. Die Aktie von EMC notiert leicht im Plus.

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