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US-Märkte zeigen freundliches Gesicht

Die Wall Street eröffnet freundlich. Nachdem Notenbankchef Alan Greenspan mit seiner Zinsentscheidung und den Ausführungen zur Entwicklung der US-Wirtschaft gestern für Ausverkaufsstimmung auf dem New Yorker Börsenparkett gesorgt hatte, stehen die Zeichen am Morgen auf leichte Erholung.

NEW YORK. Der Nasdaq Index gewinnt in den ersten Handelsminuten 0,5 Prozent. Der Dow Jones Index legt mit 0,1 Prozent leicht an Wert zu. Zu den beliebtesten Aktien gehören vor allen Chip- und Softwarewerte. Intel und Microsoft sind die größten Gewinner des Nasdaq Index. Öl-, Computer- und Finanztitel können ebenfalls Punkte gut machen.

Ein positiver Bericht zur Umsatzentwicklung im Chipbereich gibt den Aktien des Sektors Auftrieb. Im Juli sei die Nachfrage nach Chipzubehör im dritten Monat in Folge gestiegen, so das Ergebnis des Berichts. Die Zahl neuer Aufträge nahm im vergangenen Monat um fünf Prozent zu. Einziger Wermutstropfen: Das Auftragsvolumen liegt im Chipbereich immer noch 74 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Vor allem die rückläufige Nachfrage der Internet-, Computer- und Telekommunikationsindustrie schadete der Branche. Bei Genesung der US-Wirtschaft dürften diese Sektoren und damit auch der Chipbereich die ersten sein, die von der Erholung profitieren, so die Meinung zahlreicher Experten. Texas Instruments legt an Wert zu. Auch die Aktien der Chipkomponentenhersteller Applied Materials und RF Micro Devices legen im frühen Handel an Wert zu.

Doch die US-Marktteilnehmer interessieren sich weiterhin verstärkt für die künftige Geschäftsergebnisse und Unternehmensentwicklungen. Um so zufriedener sind sie, dass Intuit am Morgen die Umsatzerwartungen für die kommenden zwölf Monate bestätigt. Der Vorstand des Softwareproduzenten geht davon aus, dass der Umsatz im nun begonnenen Geschäftsjahr um mindestens 15 Prozent wachsen werde. Zudem dürften die Anleger Intuits Zahlen für das vierte Quartal freuen. Statt des von der Mehrheit der Analysten erwarteten Verlusts von zehn Cents pro Aktie, erwirtschaftete der Softwareproduzent nur einen Fehlbetrag von acht Cents. Der Umsatz ist im vierten Geschäftsquartal um 18 Prozent auf 191,2 Millionen Dollar gestiegen. Die Aktie gehört zu den am meisten gehandelten Papieren und legt über 14 Prozent an Wert zu.

Gefragt ist im Handel auch die Aktie von General Motors. Der weltweit größte Automobilkonzern bestätigte, dass das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal erfüllen wird. Erst Ende vergangener Woche hatte Konkurrent Ford vor einem enttäuschenden Gesamtjahresergebnis gewarnt und angekündigt, 5000 Mitarbeiter zu entlassen. Die Nachricht hatte die Automobilbranche zunächst belastet. General Motors gibt am Morgen Entwarnung. Der Konzern erwartet ein Ergebnis von 83 Cents pro Aktie. Sollte General Motors das Ergebnis tatsächlich erwirtschaften, könnte der Konzern die Gewinnerwartungen der Analysten um zwei Cents schlagen. Die Dresdner Kleinwort Wasserstein bekräftigt die Kaufempfehlung für GM. Das Kursziel steht bei 80 Dollar pro Aktie.<</p> p> Unter Kursverlusten leiden am Morgen dagegen die Aktien von Merck und Pharmacia. Mercks Vioxx und Pharmacias Celebrex, beides Schmerzmittel, die den Unternehmen jährlich Einnahmen von bis zu fünf Milliarden Dollar bescheren, können angeblich zu gefährlichen Blutgerinnsel und Herzinfarkten führen. Das Risiko bestehe vor allem bei Patienten, die ohnehin schon unter Herzproblemen leiden. Das behauptet das US-Ärztemagazin "Journal of the American Medical Association" in seiner letzten Ausgabe. Doch nicht nur Merck und Pharmacia sind betroffen. Pharmacia vermarktet sein Schmerzmittel Celebrex gemeinsam mit Pfizer. Sowohl Pharmacia als auch Merck und Pfizer notieren schwächer.

Nach der Ankündigung von Entlassungen pendelt die Aktie von AOL Time Warner am Morgen um ihren Vortagesschlussstand. Der größte Internet- und Medienkonzern will 1 700 Arbeitsplätze streichen. 1.200 Mitarbeiter werden bei America Online vor die Tür gesetzt. Bei Netscape, dem Joint-Venture mit Sun Microsystems, sollen 500 Arbeitplätze abgebaut werden. Die Maßnahme kann das Ergebnis im dritten Quartal um bis zu 125 Millionen Dollar belasten. Ziel ist es, die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2001 zu erfüllen. Die Aktie von AOL Time Warner gewinnt im Handel leicht an Wert. Internetkollege Yahoo verteuert sich im Handel ebenfalls.

© Wall Street Correspondents Inc.

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