US-Marine hat Untersuchungen eingeleitet
U-Boot-Unfall: Trotz schwindender Hoffnung geht Suche nach Vermissten weiter

dpa TOKIO/WASHINGTON. Die Hoffnung, die neun vermissten Japaner nach der Kollision ihres Fischerei-Schulschiffes mit einem amerikanischen Atom-U-Boot vor Hawaii zu finden, ist trotz intensiver Suche weiter geschwunden. Ein Sprecher der US-Küstenwache erklärte am Sonntag (Ortszeit): "Wir setzen die Suche fort, so lange wie wir glauben, dass es noch etwas Hoffnung gibt." Japanische Experten äußerten sich unterdessen am Montag skeptisch über eine Bergung des auf den Meeresgrund gesunkenen Fischkutters.

Technisch dürfte es schwierig sein, ein rund 500 Tonnen schweres Schiff aus einer Meerestiefe von 550 Metern zu bergen, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo einen Experten. Nach den Worten des Kapitäns des Fischkutters hielten sich die meisten seiner neun vermissten Bootsinsassen, vier 17-jährige Schüler und fünf Erwachsene, zum Zeitpunkt des Unglücks am vergangenen Freitag wahrscheinlich im Inneren des Schiffes auf. Am Sonntag (Ortszeit) war die Suche nochmals verstärkt worden. Die Wetterbedingungen waren bei wenig Wind und einer Sichtweite von etwa elf Kilometern gut.

Besonders Widerstandsfähige könnten bei den Wassertemperaturen von 25 Grad Celsius vielleicht mehr als zwei Tage überleben, meinte ein Beamter der US-Küstenwache am Sonntag. Flugzeuge und Schiffe hatten in der Dunkelheit trotz Einsatzes von Nachtsichtgeräten keine Spuren von Überlebenden gefunden. Japan hatte die USA aufgefordert, den Kutter zu bergen. Nach Darstellung japanischer Experten könnte es aber schwierig sein, um das Schiff Trossen zu legen, da Taucher bei einer Tiefe von mehr als 300 Metern nicht arbeiten könnten.

Der Fall des gesunkenen russischen Atom-U-Bootes Kursk vom vergangenen August habe gezeigt, wie kompliziert die Bemühungen zum Erreichen und Retten der Besatzung selbst bei einer Tiefe von 100 Metern waren. Es sei nun lediglich zu hoffen, dass die USA über geeignete Spezialgeräte und Erfahrung verfügen. Der Kutter war von der USS "Greeneville" gerammt und versenkt worden, als das 110 Meter lange U-Boot rund 16 Kilometer vor der Küste eine Übung zum Not-Auftauchen ausführte. Die 55 Meter lange "Ehime Maru" war innerhalb von zehn Minuten gesunken, hatte Kapitän Hisao Onishi erklärt.

Von den 35 Menschen an Bord hatten 26 kurz nach dem Unglück gerettet werden können. Am Sonntag waren die ersten Anhörigen der Opfer in Hawaii angekommen. Sie wurden von den US-Behörden über den Stand der Suche informiert. Nach Angaben des Kommandeurs der US-Pazifikflotte, Tom Fargo, ereignete sich der Unfall in einem Gebiet, das sowohl vom Militär wie auch von zivilen Schiffen befahren werden dürfe. Somit sei der Besatzung des Kutters nichts vorzuwerfen. Die USA versprachen eine umfassende Aufklärung der Umstände des Unfalls.

US-Außenminister Colin Powell und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld kündigten am Sonntag zudem Hilfe für die Angehörigen der mutmaßlich neun Opfer und der 26 Überlebenden an. "Wir tun alles was wir können für die Familien", sagte Powell im Fernsehen. Rumsfeld versprach, "das Richtige nach "dieser schrecklichen Tragödie" zu tun. US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell hatten sich schon am Samstag für das Unglück entschuldigt. Inzwischen reisten fünf Experten der US-Verkehrssicherheitsbehörde an den Unglücksort. Die US-Marine leitete ihre eigene Untersuchung ein.

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