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US-Marine-Infanterist im Irak entführtDPA-Datum: 2004-06-28 07:58:02

Bagdad/Kairo (dpa) - Aufständische haben nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira im Irak einen US-Marine- Infanterist entführt.

Bagdad/Kairo (dpa) - Aufständische haben nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira im Irak einen US-Marine- Infanterist entführt.

Die Extremisten drohten den Mann zu enthaupten, falls die US-Militärbehörden keine irakischen Gefangenen freilassen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN in der Nacht zum Montag.

Die US-Armee bestätigte am frühen Montagmorgen in Bagdad das Verschwinden eines Marine-Infanteristen. Ob der seit dem 21. Juni Vermisste in Geiselhaft sei, wollte der Militärsprecher nach CNN - Angaben nicht sagen. Auf dem von El Dschasira gezeigten Video ist ein Mann mit verbundenen Augen im Drillichanzug zu sehen. Es wurden auch Militärpapiere des Mannes präsentiert. Das US-Verteidigungsministerium hält es laut CNN für möglich, dass der libanesisch-stämmige Mann desertiert sein könnte.

Wenige Stunden zuvor hatte der arabische Nachrichtensender El Arabija ein anderes Video veröffentlicht, auf dem Geiselnehmer mit der Ermordung eines Pakistaners an diesem Dienstag drohten. Die Geisel forderte die pakistanische Regierung in englischer Sprache auf, die pakistanische Vertretung in Bagdad zu schließen. Außerdem sagte der Mann, seine Landsleute sollten den Irak verlassen. Die Geiselnehmer forderten außerdem die Freilassung aller irakischen Gefangenen aus Balad, Dedscheel, Jathrib, Samarra und Abu Ghoreib. Der Pakistaner arbeitet für Kellogg Brown & Root, eine Tochterfirma des US-Konzerns Halliburton.

Es gab keinen Hinweis auf eine Täterschaft der Gruppe El Tawhid wa El Dschihad, als deren Anführer der jordanische Top-Terrorist Abu Mussab el Sarkawi gilt, und die derzeit im Irak drei Türken in ihrer Gewalt hat. Diese Gruppe hatte zuvor nacheinander einen Amerikaner und einen Südkoreaner entführt und beide enthauptet.

Aufständische beschossen am Sonntag eine US-Transportmaschine vom Typ C-130 «Hercules» kurz nach dem Start in Bagdad mit Handfeuerwaffen. Ein Soldat an Bord der Turboprop-Maschine wurde dabei verletzt. Das Flugzeug kehrte um und landete ohne Probleme. Der Soldat sei später seiner Verletzung erlegen, teilte US- Militärsprecher General Mark Kimmitt am Sonntagabend in Bagdad mit. Ein weiterer US-Soldat starb am Sonntag nach Angaben des US-Militärs, als Aufständische seine Basis in Bagdad mit Raketen beschossen.

Die Polizei nahm in der Pilgerstadt Kerbela nach eigenen Angaben eine Gruppe mutmaßlicher Terroristen fest, die Anschläge geplant haben soll. Die Festgenommen hätten Sprengstoffgürtel und Feuerwaffen bei sich getragen, sagte die Polizei. In Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, griffen Dutzende Kämpfer am Samstag den Sitz der Provinzregierung und eine Polizeiwache an. Bei anschließenden Kämpfen mit US-Einheiten und irakischen Sicherheitskräften kamen laut US- Militär sechs Rebellen ums Leben. Drei Iraker starben bei einem Angriff von Aufständischen auf ein Büro der Schiiten-Partei SCIRI in der Stadt.

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