US-Markt soll Wachstum bringen
Schering steigert Betriebsgewinn stärker als erwartet

Der Berliner Pharmakonzern Schering hat seinen Betriebsgewinn im vergangenen Jahr trotz des deutlich festeren Euro-Wechselkurses um elf Prozent gesteigert und die Erwartungen von Branchenexperten übertroffen.

rtr/dpa BERLIN. Vor allem die Verhütungsmittel Yasmin und Mirena haben sich nach Schering-Angaben weiter gut verkauft. Auch das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, Schering wichtigstes Präparat, legte wiederum zu. werde auch 2003 zweistellig wachsen, kündigte Vorstandschef Hubertus Erlen an.

Das Betriebsergebnis habe im Gesamtjahr 741 Millionen Euro betragen, teilte Schering am Freitag zur Bilanz-Pressekonferenz mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 728 Millionen Euro gerechnet. Im vierten Quartal hat Schering damit seinen Betriebsgewinn um gut 13 Prozent auf 197 Millionen Euro erhöht. Der Konzerngewinn stieg etwas über elf Prozent auf 464 Millionen Euro. Beim Umsatz gab es mit 5,023 Milliarden Euro ebenfalls einen Rekord.

Trotz der guten Zahlen verlor die Schering-Aktie weiter an Wert. Am Mittag notierte sie mit 34,40 Euro knapp 1,8 Prozent im Minus.

Schering gehörte in den vergangenen Monaten zu den größten Verlierern im Dax. Vor einem Jahr war die Aktie noch doppelt so viel wert. Auslöser war die Diskussion um mögliche Gesundheitsschäden von Hormonpräparaten, weshalb Schering in den USA die Zulassung von zwei Produkten vorerst verweigert wurde. Beide Produkte können jetzt frühestens Ende 2004 in den USA auf den Markt kommen.

Schering bestätigte zudem den Geschäftsausblick für 2003: Der Umsatz soll demnach in jeweiligen Landeswährungen prozentual "hoch einstellig" wachsen, der Gewinn noch ein wenig stärker. Die operative Gewinnmarge habe Schering 2002 auf knapp 15 Prozent von zuvor 14 Prozent gesteigert.

Vorstandschef Hubertus Erlen versprach am Freitag auch für die kommenden Jahre kräftiges Wachstum. Dabei setzt Schering vor allem auf den weltweit wichtigsten Pharmamarkt USA. Schering hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass der Umsatz auf Euro-Basis gerechnet im vergangenen Jahr um vier Prozent auf etwas über fünf Milliarden gewachsen sei. Der Konzern hatte dabei stark die Euro-Stärke im Vergleich zum Dollar zu spüren bekommen. Ohne Wechselkursschwankungen hätte es ein Plus von zehn Prozent gegeben, sagte Erlen. Auch die Währungen in Japan und in Lateinamerika machten zu schaffen. Schering exportiert seine Produkte zu 53 Prozent in Dollar-Regionen.

Nach Reuters-Informationen aus Industriekreisen hat Schering daher seit September sowohl bei Investitionen als auch beim Personal gespart. Damit wollte man die Prognose eines prozentual zweistelligen Wachstums beim Gewinn erfüllen.

Die Prognosen für 2003 ließ der Vorstand unverändert. Der Umsatz soll kursbereinigt im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen, der operative Gewinn noch stärker. Im Jahr 2005 will Schering dann bereits sechs Milliarden Euro Umsatz machen, 2007 mindestens sieben Milliarden. Mehr als ein Viertel des Umsatzes soll dann aus den USA kommen.

Angesichts der massiven Probleme des Konkurrenten Bayer in Folge des Lipobay-Skandals versicherte Erlen, dass Schering bestens gegen Schadensfälle gesichert sei. "Bei uns gibt es extrem sorgfältige Verfahren, bevor wir ein Produkt an den Markt bringen." Auch im Anschluss werde die Anwendung genauestens kontrolliert. "Wir können versichern, das all unsere Produkte sauber sind."

Zugleich kündigte Schering von kommender Woche an den Rückkauf von weiteren 1,7 Millionen Aktien an. 800 000 Aktien hat der Konzern in den vergangenen Wochen bereits wieder zurückgenommen. Auf der bevorstehenden Hauptversammlung im April will sich Schering zudem weitere Rückkauf-Aktionen genehmigen lassen. Auf dem Aktionärstreffen soll auch eine höhere Dividende von 0,93 Euro beschlossen werden.

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