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US-Marktteilnehmer warten vergebens

Die Marktteilnehmer warten auf die Erholung der US-Wirtschaft. Doch bisher sind die Zeichen rar, die auf eine baldige Genesung der Konjunktur in "Corporate America" hindeuten. Wann geht es mit den Quartalsergebnissen der Unternehmen wieder aufwärts?

Die jüngsten Quartalsergebnisse und Prognosen auf dem Software- und Computersektor machen wenig Hoffung. Verhaltene Nachrichten bei Microsoft, Gateway und PMC-Sierra belasten die Märkte. Lustlos notiert der Dow Jones Index zur Mittagszeit um 0,5 Prozent in der Verlustzone. Der Nasdaq Index kann einen Teil der frühen Punktverluste wieder gut machen und tendiert ein Prozent im negativen Terrain.

Kursverluste bei Microsoft kosten sowohl den Dow Jones als auch den Nasdaq Index Punkte. Wegen des sinkenden PC-Absatzes reduziert der Softwaregigant die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal um fünf Cents pro Aktie. Der Umsatz soll 200 Millionen unter den bisherigen Erwartungen liegen. Auch die Aktien von Apple und Dell notieren in der Verlustzone. Gateway büßt sogar mehr als 23 Prozent ein.

Auch Chiphersteller notieren nach schlechten Quartalsresultaten von PMC-Sierra, Vitesse und Xilinx im Minus. PMC-Sierra rutscht über elf Prozent ins Minus, nachdem der Hersteller von Telekommunikationschips am Donnerstag vor enttäuschenden Umsatzzahlen und einem größeren Quartalsverlust warnte. Zu PMC-Sierras Kunden zählen unter anderem Cisco und Lucent Technologies. Neben PMC-Sierra notieren auch die Papiere von Applied Micro Circuits und Vitesse schwächer. Der Umsatz von Chiphersteller Vitesse ging im dritten Quartal um 47 Prozent zurück. Auch Xilinx, dem größten Hersteller programmierbarer Chips, geht es offenbar an den Kragen. Die Aktie verliert an Wert, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 80 Prozent verkraften musste. Der Gewinn brach von 27 Cents pro Aktie im Vorjahreszeitraum auf fünf Cents pro Aktie ein.

Einigermaßen verschont bleibt die Aktie von Nortel. Der Netzwerkspezialist begründete den Umsatzrückgang des zweiten Quartals von 36 Prozent mit der rückläufigen Nachfrage nach Telekommunikationszubehör. Nortel erfüllte zwar mit dem Quartalsergebnis die durchschnittlichen Analystenerwartungen, wies jedoch für das zweite Quartal erhebliche Verluste von insgesamt 48 Cents pro Aktie aus. Der Vorstand rechnet nicht mit einer Erholung des IT-Sektors vor Mitte kommenden Jahres. Nachdem die Aktie von Nortel bereits am Donnerstag auf ihr 52-Wochentief fiel, bleibt ihr ein weiterer Absturz heute weitestgehend erspart.

Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. Für frischen Wind im Internetbereich sorgen die guten Quartalszahlen von Ebay. Gleich nach Serverhersteller Sun Microsystems gehört die Aktie von Ebay zu den größten Gewinnern auf der Nasdaq-Seite. Das Internetauktionshaus konnte den Gewinn im dritten Quartal mehr als verdreifachen. Der Ertrag lag mit zwölf Cents pro Aktie zudem drei Cents über den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz übertraf die Analystenerwartungen mit 181 Millionen Dollar um 16 Millionen Dollar. Damit hat Ebay nun im siebten Quartal in Folge die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Zukunftsaussichten sind rosig. Der Umsatz soll während des zweiten Halbjahres mindestens 385 Millionen Dollar betragen und die aktuellen Erwartungen von 368 Millionen Dollar erheblich schlagen. Neben Ebay notiert auch die Aktie von Internetkollege Amazon freundlich.

Der Pharmakonzern Merck kann trotz besserer Quartalszahlen als erwartet keine Kursgewinne einstreichen. Das Pharmaunternehmen erwirtschaftete einen Gewinn von 1,82 Milliarden Dollar oder 78 Cents pro Aktie gegenüber 1,72 Milliarden Dollar oder 73 Cents pro Aktie im vergangenen Jahr. Das vergleichsweise schwache Gewinnwachstum ist hauptsächlich auf die rückläufigen Verkaufszahlen des Verkaufschlagers Vioxx, einem Medikament zur Behandlung von Arthritis, zurückzuführen. Die Aktie verliert um 0,7 Prozent an Wert.

© Wall Street Correspondents Inc.

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