US-Medienkonzern hat das Bundeskartellamt beim Kabelnetz-Kauf noch nicht überzeugt
Liberty lehnt Zugeständnisse ab

Liberty Media rückt offenbar nicht von seinen zögerlichen Ausbau des Kabelnetzes ab. Diese Haltung erschwert dem Bundeskartellamt die Genehmigung für den Kauf des Telekom-Kabels durch Liberty.Die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss des Kabelgeschäfts zwischen dem US-Medienkonzern Liberty Media Corp. und der Deutschen Telekom AG sinken.

slo DÜSSELDORF. In einer Stellungnahme an das Bundeskartellamt, die den Verkauf großer Teile des TV-Kabelnetzes an Liberty prüft, hat der US-Konzern die Bedenken der Wettbewerbshüter noch nicht vollständig ausräumen können, heißt es in Branchenkreisen. Das Bundeskartellamt hat den Eingang der Stellungnahme gestern bestätigt und weitere Gespräche mit dem US-Unternehmen angekündigt.

Liberty Media will für 5,5 Mrd. Euro sechs Kabelnetzregionalgesellschaften von der Telekom erwerben, falls das Kartellamt dem zustimmt. Das gilt bisher als äußerst unwahrscheinlich. Die Bonner Behörde hatte Anfang Dezember die Prüfungsfrist für den Deal bis zum 28. Februar nächsten Jahrs verlängert, um dem Unternehmen eine weitere Gelegenheit zu geben, das Kartellamt von den Vorteilen des Geschäfts zu überzeugen.

Eine Möglichkeit dazu wäre die schnelle und umfangreiche Aufrüstung des Kabelnetzes für Telefondienste. Das hat Kartellamts-Präsident Ulf Böge immer wieder gefordert, damit es zu mehr Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt kommt. Doch das setzt höhere Investitionen in den Ausbau der Kabelnetze voraus. Liberty- Chef John Malone erteilte dem offenbar eine Absage. Er bleibt in seiner Stellungnahme an das Kartellamt bei den bisherigen Plänen, die Kabelnetze zögerlicher als von Böge gefordert zur Telefonleitung auszubauen.

Daher erwarten die Kartellwächter zurzeit überwiegend Nachteile durch den Einstieg von Liberty in das Kabelfernsehen in Deutschland. Sie fürchten, dass das US-Unternehmen den Kabel-Markt beherrschen werde. Denn Liberty will zusätzlich zum Telekom-Kabel noch andere Kabelnetzbetreiber aufkaufen. Die marktbeherrschende Stellung wird verstärkt, wenn sich das Unternehmen darüber hinaus noch an einem Inhalteanbieter wie dem Pay-TV- Sender Premiere beteiligt. Dieses Vorhaben hat Liberty ebenfalls beim Kartellamt angemeldet.

Offiziell heißt es bei Liberty nach wie vor, man sei daran interessiert, eine tragfähige Lösung mit dem Kartellamt zu finden. Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautete jedoch bereits vor einigen Wochen, dass man nicht zu Zugeständnissen bereit sei, die zusätzliche Kosten mit sich brächten.

Sollte das Kartellamt dem Liberty-Deal einen Riegel vorschieben, müsste sich die Telekom neue Käufer für den Großteil ihres TV-Kabels suchen. Der Londoner Finanzmakler Compere Associates gilt als Interessent. Damit könnte sich jedoch der Schuldenabbau des Telekom verzögern. Der Konzern wollte mit dem Geld aus dem Kabelverkauf seine Verbindlichkeiten senken.

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