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US-Militär festigt Kontrolle über Samarra

Nach einer Großoffensive hat das US-Militär am Wochenende seine Kontrolle über die irakische Rebellenhochburg Samarra gefestigt. US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte durchkämmten am Sonntag mehrere Stadtviertel und suchten nach versprengten Aufständischen.

dpa BAGDAD/KAIRO. Nach einer Großoffensive hat das US-Militär am Wochenende seine Kontrolle über die irakische Rebellenhochburg Samarra gefestigt. US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte durchkämmten am Sonntag mehrere Stadtviertel und suchten nach versprengten Aufständischen.

US-Flugzeuge bombardierten weiter die von Aufständischen kontrollierte Stadt Falludscha. Dabei wurden am neun Iraker getötet und 23 verletzt. In El Mahmudija, 35 Kilometer südlich von Bagdad, fanden Polizisten am Sonntagmorgen die Leichen zweier Ausländer. Eine DNA-Analyse soll die Identität der Toten klären.

In Samarra hatte das US-Militär, unterstützt von irakischen Verbänden, am Freitag eine der bisher massivsten Militäroperationen seit dem Einmarsch im Irak im März vergangenen Jahres eingeleitet. An ihr waren eine US-Infanteriebrigade mit 3 000 Mann und rund 2000 irakische Nationalgardisten beteiligt. Bereits am Samstag hatten diese die Stadt 100 Kilometer nördlich von Bagdad weit gehend unter Kontrolle. Bei den Kämpfen wurden nach US-Angaben 125 Aufständische getötet und mehr als 80 festgenommen. Ein US-Soldat kam ums Leben.

General John Batiste, der Kommandeur der 1. US-Infanteriedivision, bezeichnete die Operation als "erfolgreich". Der irakische Innenminister Falah el Nakib sprach von einem ersten Schritt zur Wiedereroberung aller Rebellengebiete. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld rechnet mit verstärkten Angriffen und Anschlägen der Aufständischen vor den bis Ende Januar geplanten Wahlen im Irak. Rumsfeld sagte dem US-Sender "Fox News", er sehe die Gefahr, dass das Land unter die Kontrolle von Extremisten und Terroristen gerate. Bei den jüngsten Kämpfen seien mehr als 1 500 Aufständische getötet worden, darunter viele Anhänger der Gruppe von Abu Mussab el Sarkawi.

Bei einer der in El Mahmudija gefundenen Körper handelt es sich nach Angaben eines Arztes im Krankenhaus der Kleinstadt um die Leiche eines Mannes, deren Kopf und Gliedmaßen abgetrennt worden seien, sowie um die einer offenbar erschossenen Frau. Die beiden seien vor etwa drei Tagen getötet worden. An ihrem Äußeren sei erkennbar, dass sie keine Iraker seien. Proben für DNA-Tests seien an ein US- Militärkrankenhaus und den irakischen Geheimdienst in Bagdad geschickt worden. El Mahmudija gehört liegt in einer Region, in der Aufständische ständig Angriffe und Kriminelle Überfälle verüben.

Derweil blieb das Schicksal der am 20. August entführten französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot weiter unklar. Der französische Abgeordnete Didier Julia sagte am Freitagabend in Damaskus, US-Truppen hätten einen Konvoi mit den beiden Geiseln auf dem Weg nach Syrien beschossen. Sechs Menschen seien getötet worden. Die Entführten seien aber nicht verletzt worden. Die US-Armee wies den Bericht als unwahr zurück. Julia erklärte am Samstag, der Kontakt zu den Entführten sei abgerissen.

Britische Medien berichteten, die Familie des libyschen Staatspräsidenten Muammar el Gaddafi wolle sich für den vor mehr als zwei Wochen im Irak entführten Briten Ken Bigley einsetzen. Der Bruder des 62-jährigen Entführten, Paul, sagte, Gaddafis Sohn Saif el Islam habe seinen Vater auf Ersuchen Bigleys hin gebeten, seine Kontakte in den Nahen Osten für eine mögliche Freilassung zu nutzen. Die irakische Extremistengruppe "Ansar el Sunna-Armee" stellte am Samstag ein Video ins Internet, das die Enthauptung eines Irakers zeigt, der als Vertragspartner der US-Armee tätig war. Der Ingenieur arbeitete im US-Stützpunkt Tadschi bei Bagdad am Bau von Kläranlagen. Die Gruppe drohte jedem Iraker, der mit den "Ungläubigen" und "Kreuzrittern" zusammenarbeite, ein ähnliches Schicksal an.

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