US-Musikindustrie droht mit Klagewelle
Nutzern von Musik-Tauschbörsen wird Kampf angesagt

Die US-Musikindustrie will in ihrem Kampf gegen den kostenlosen Tausch von Musiktiteln im Internet nun offenbar auch hunderte von Nutzern der Online-Tauschbörsen verklagen.

Reuters WASHINGTON. "Wir werden damit beginnen, Namen zu sammeln und Klagen vorzubereiten gegen die Nutzer der Peer-To-Peer-Netzwerke, die eine beträchtliche Zahl von Musikdateien illegal Mill. von Computer-Nutzern zur Verfügung stellen", sagte der Chef des Verbands der US-Musikindustrie RIAA, Cary Sherman, am Mittwoch.

Die RIAA macht das nicht autorisierte Herunterladen von Musik über Internet-Tauschbörsen wie Kazaa oder Morpheus und den Tausch von Musik-Dateien von Internet-Nutzern untereinander (Peer-To-Peer) mit für den Einbruch ihrer Verkaufszahlen verantwortlich. Klagen gegen die eifrigsten Nutzer der Online-Plattformen auf einen Schadensersatz von jeweils 150 000 Dollar würden voraussichtlich in sechs bis acht Wochen eingereicht, sagte Sherman weiter. Mitglieder der RIAA sind unter anderem AOL Time Warner, die Sony Gruppe, und Bertelsmann.

Erst im vergangenen Monat hatte die Musik- und Filmindustrie in ihrem Kampf gegen Internet-Tauschbörsen einen schweren Rückschlag erlitten als ein US-Bundesgericht einen Antrag zur Schließung von zwei Tauschplattformen zurückwies. Die Tauschbörsen Grokster und Morpheus hätten keine Kontrolle über den Inhalt des über ihre Systeme getauschten Materials, befand das Gericht in Los Angeles. Zwar sei bekannt, dass Nutzer damit auch illegal urheberrechtlich geschützte Filme und Musikstücke tauschten. Jedoch sei unumstritten, dass die Börsen zu legitimen Zwecken genutzt würden und damit ähnlich wie Videorecorder nicht wegen des Missbrauchs verboten werden dürften.

Bei der Peer-To-Peer-Technologie tauschen die Benutzer im Internet untereinander Daten kostenfrei aus. Ältere Tauschsysteme wie die inzwischen geschlossene Tauschbörse Napster waren dagegen zentral organisiert.

Immer mehr Konzerne bieten das Herunterladen von Musiktiteln gegen Entgelt im Internet an. So startete der Computer-Konzern Apple im April "iTunes Music Store" mit mehr als 200 000 Liedern im Angebot. Die deutsche Musikbranche plant ein eigenes Angebot zum Lieder-Herunterladen gegen Geld, das im Herbst an den Start gehen soll. Die Musikindustrie leidet nach eigenen Angaben unter illegalen Musikbörsen im Internet, bei denen Nutzer Lieder gratis herunterladen und sich so CDs selbst brennen können.

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