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US-Notenbank bleibt auf Kurs - Volkswirte: Kein Hinweis auf Pause

Die US-Notenbank bleibt nach Einschätzung von Volkswirten auch nach der dritten Leitzinserhöhung im laufenden Jahr weiter auf Kurs. "Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank signalisiert Zinserhöhungen ohne Pausen", sagte Volkswirt Peter Müller von der Commerzbank. Nach Einschätzung von Volkswirten gibt es keinen Zweifel daran, dass die US-Notenbank ihren Weg zu einem neutraleren Zinsniveau fortsetzt. Allerdings sind sich die Experten uneins, wie stark die Zinserhöhungen 2005 ausfallen werden.

dpa-afx FRANKFURT. Die US-Notenbank bleibt nach Einschätzung von Volkswirten auch nach der dritten Leitzinserhöhung im laufenden Jahr weiter auf Kurs. "Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank signalisiert Zinserhöhungen ohne Pausen", sagte Volkswirt Peter Müller von der Commerzbank. Nach Einschätzung von Volkswirten gibt es keinen Zweifel daran, dass die US-Notenbank ihren Weg zu einem neutraleren Zinsniveau fortsetzt. Allerdings sind sich die Experten uneins, wie stark die Zinserhöhungen 2005 ausfallen werden.

Nach Einschätzung der WestLB haben die US-Währungshüter "noch keine klaren Signale" geliefert, dass der eingeschlagene Weg maßvoller Zinserhöhungen unterbrochen wird. Experte Bastian Hepperle von der WestLB erwartet, dass die US-Währungshüter ihren Kurs beibehalten, so lange es keine Anzeichen für ein drohendes Einknicken der Konjunktur gibt. Er rechnet deshalb auf den zwei im laufenden Jahr noch anstehenden Sitzungen jeweils mit Leitzinserhöhungen um 0,25 %punkte.

'Optimistischer ALS Noch IM August'

Die US-Notenbank hatte am Dienstagabend nach ihrer Zinserhöhung um 0,25 %punkte auf 1,75 % in ihrem Kommentar weitere "maßvolle" Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Generell spricht der Ausschuss von einem robusten Produktivitätswachstum, das die Wirtschaft stütze. Außerdem hätten sich die Arbeitsmarktbedingungen geringfügig verbessert. Zudem habe sich trotz des Anstiegs der Energiepreise die Inflationsgefahr in den vergangenen Monaten verringert.

Die Währungshüter sind nach Einschätzung von Volkswirt Guido Zimmermann von der Dekabank im Hinblick auf die Konjunktur insgesamt "optimistischer als noch im August". Für Volkswirt Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank kann das freundliche Bild der Währungshüter aber "in der Sache nicht überzeugen". Die Einschätzungen wirkten "wie Marketingmaßnahmen zur Finanzierung der weiter wachsenden Leistungsbilanzdefizite in den USA", sagte Hellmeyer. Die aktuellen Umsatz- und Gewinnwarnungen von US-Unternehmen sprächen eine andere Sprache.

Verbreiten VON Konjunkturzuversicht

Auch nach Einschätzung von Commerzbank-Volkswirt Müller gehört "das Verbreiten von Konjunkturzuversicht wohl in Phasen zunehmender Zweifel am wirtschaftlichen Aufschwung zu den Aufgaben von Notenbanken". Für die Bank of America haben sich die Währungshüter mit ihrer jüngsten Einschätzung der Konjunktur und Inflationsperspektiven - falls notwenig - Spielraum für einen geduldigen Straffungskurs bewahrt.

Die Zinspolitik der Notenbank ist Hellmeyer zufolge bei einer offiziell ausgewiesenen Inflationsrate von 3 % auch weiterhin eine "massive Subvention der Gesamtwirtschaft". Auch für Dekabank-Experte Zimmermann besteht weiterer Bedarf für Zinserhöhungen. Er hält das neutrale Niveau der US-Leitzinsen erst zwischen 3,0 und 5,0 % für erreicht. Reale Leitzinsen unter Null bürgen Inflationsgefahren.

Zimmermann rechnet gleichwohl im Dezember weiterhin mit einer Pause bei den Zinserhöhungen. Für Ende 2005 erwartet die Dekabank ein Zinsniveau von 3,75 %. In welcher Abstufung dieses Niveau erreicht werde hänge von der Arbeitsmarkt- und Inflationsentwicklung ab.

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