US-Notenbank
Zins-Tiefst-Stand seit 40 Jahren

Die amerikanische Notenbank hat die Leitzinsen am Dienstag unverändert gelassen. Das teilte der Offenmarktausschuss nach seiner Sitzung in Washington mit. Der Satz für Tagesgeld bleibt bei 1,75 Prozent, und damit auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren.

Reuters WASHINGTON. Wie bereits nach der vorherigen Zinssitzung im März bezeichnete die Fed die Konjunktur- und Inflationsrisiken als ausgeglichen. Analysten erwarten weiterhin frühestens im August eine erste Anhebung der Leitzinsen.

Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld betrage weiter 1,75 Prozent, teilte die Fed nach den Beratungen ihres geldpolitischen Ausschusses (FOMC) in Washington mit. Der Ausblick für die Endnachfrage der Verbraucher und Unternehmen sei immer noch ungewiss, hieß es in der Stellungnahme der Fed. Das gegenwärtige Leitzinsniveau wirke stützend auf die Konjunkturentwicklung. Zudem habe die weltgrößte Volkswirtschaft bereits einen deutlichen Impuls vom jüngsten Aufbau der Lagerbestände bekommen.

Nach Ansicht von Analysten lieferte die Fed keine Signale für eine baldige Erhöhung der Leitzinsen. Sie gehen davon aus, dass die Fed nicht vor August die Zinsen anheben wird. Die US-Notenbank werde erst dann einen strafferen geldpolitischen Kurs einschlagen, wenn die Wirtschaft nachhaltig in Fahrt komme und sich zugleich das Inflationsrisiko erhöhe, argumentieren die Experten. "Die Fed hat nicht angedeutet, dass sie es mit Zinserhöhungen eilig hat", sagte Alfred Kugel von Stein Roe Investment Counsel. Daher sei die Zinsentscheidung weder positiv noch negativ für den Markt.

An den Finanzmärkten zeigten sich zunächst kaum Reaktionen. Der Euro notierte weiter um 0,9150 Dollar. Die US-Aktienmärkte bauten ihre Gewinne etwas ab. Die US-Staatsanleihen tendierten kaum verändert.

Bedeutung für die Endnachfrage

Die Fed betonte in ihrer Stellungnahme, dass eine Stärkung der Endnachfrage in den kommenden Quartalen "ein wesentliches Element für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung" sei. Doch der Grad der Nachfragebelebung sei weiter unsicher.

Die Entwicklung der Endnachfrage der Verbraucher und Unternehmen gilt als wesentlicher Faktor bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Erholung. Im ersten Quartal war das US-Bruttoinlandsprodukt zwar annualisiert um 5,8 Prozent gewachsen. Doch Analysten begründeten dies vor allem damit, dass die Unternehmen nach der Rezession des vergangenen Jahres langsam wieder ihre Lager aufzufüllen beginnen.

So war der Endverbrauch - die Konsum- und Investitionsnachfrage - in den ersten drei Monaten 2002 deutlich weniger stark um 2,6 Prozent gestiegen nach einem Plus von 3,8 Prozent im Vorquartal.

Die Fed ließ am Dienstag auch den eher symbolischen Diskontsatz unverändert bei 1,25 Prozent. Zur Unterstützung der seit 2001 stark geschwächten US-Wirtschaft hatte die Fed im vergangenen Jahr die Leitzinsen in elf Schritten um insgesamt 475 Basispunkte gesenkt.

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