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US-Ölpreis erreicht mit knapp 48 $ neuen Rekordstand

An den internationalen Rohölmärkten zeichnet sich weiter keine Entspannung ab. Der Ölpreis erreichte am Donnerstag in den USA bereits den sechsten Tag in Folge ein neues Rekordniveau. Händler begründen den jüngsten Preisschub mit der latenten Sorge vor möglichen Versorgungsengpässen und heftigen Kämpfen im irakischen Nadschaf.

dpa-afx LONDON/NEW YORK. An den internationalen Rohölmärkten zeichnet sich weiter keine Entspannung ab. Der Ölpreis erreichte am Donnerstag in den USA bereits den sechsten Tag in Folge ein neues Rekordniveau. Händler begründen den jüngsten Preisschub mit der latenten Sorge vor möglichen Versorgungsengpässen und heftigen Kämpfen im irakischen Nadschaf.

Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex legte Rohöl zur Septemberauslieferung im elektronischen Handel bis auf 47,96 $ je Barrel (159 Liter) zu. Das war der höchste Preis seit Beginn des Nymex-Ölhandels vor 21 Jahren. Am Vortag hatte ein erneuter Rückgang der US-Lagerbestände den Ölpreis deutlich über die Marke von 47 $ getrieben. Seit Juli ist die Notierung um knapp elf US-Dollar gestiegen.

'Fundamental Nicht Gerechtfertigt'

"Die Märkte steigern sich allmählich in ein Negativszenario, das fundamental nicht gerechtfertigt ist", sagte Rohölexpertin Katja Blanke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Die Nachfrage nach Öl werde zwar auf absehbare Zeit hoch bleiben. Es gebe aber weiterhin genügend Öl, sagte Blanke. Von einer echten Knappheit könne keine Rede sein.

Als Auslöser des jüngsten Kursschubs gilt auch der Beginn einer amerikanisch-irakischen Offensive gegen die Miliz in Nadschaf. Amerikanische und irakische Soldaten haben am Donnerstag ihre angedrohte Offensive gegen die Milizionäre in der Schiitenhochburg Nadschaf gestartet. In der Umgebung der Imam-Ali-Moschee in der Schiitenhochburg Nadschaf seien heftige Kämpfe ausgebrochen, hieß es. Die Kämpfe riefen erneut die Sorge vor Terroranschlägen hervor.

Permanent Neue Störfaktoren

Bei jedem leisen Anzeichen für eine mögliche Erholung an den Ölmärkten seien in jüngster Zeit immer wieder neue Störfaktoren aufgetaucht, sagte Expertin Blanke. Neben der Terrorgefahr habe zuletzt auch die politische Unsicherheit in Venezuela, dem fünftgrößten Ölexporteur der Welt, sowie die juristischen Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der russischen Ölgesellschaft Yukos für weiter kräftig steigende Rohölnotierungen gesorgt.

Auch in London setzte sich der Aufwärtstrend fort. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Oktober kostete am Nachmittag 43,60 $. Das waren 57 Cent mehr als am Vortag. Die Notierung bleibt damit weiter nur knapp unter ihrem am Montag erreichten Rekordhoch von 44,11 $.

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