US-Olympia-Team schließt Sprinterin aus
Torri Edwards wegen Dopings gesperrt

Sie kam nicht einmal bis ins Olympische Dorf nach Athen. Beim Training auf Kreta erfuhr Sprint-Weltmeisterin Torri Edwards zwei Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele, dass sie wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt und sofort aus dem Olympia-Team der USA ausgeschlossen worden ist. Die Sperre gab die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA bekannt. Die 27-Jährige war bei einer Kontrolle am 24. April auf Martinique positiv auf das Stimulanzmittel Nikethamid getestet worden.

ATHEN. Edwards will nun ihre letzte olympische Startchance nutzen und hat bereits den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) angerufen. Der CAS ist in Athen mit einer Ad-hoc-Kammer vertreten. Das olympische Schnellgericht versucht den Fall innerhalb von 24 Stunden zu entscheiden.

Ein kleines Stück weiter als Edwards war der kenianische Boxer David Munyasia gekommen, bis ins Olympische Dorf nämlich. Neun Stunden nach seiner Ankunft bat ihn ein Arzt am vergangenen Freitag zur Dopingkontrolle - und wenig später war Munyasias Auftritt bei Olympia auch schon wieder vorbei. Er war bei eben jener Trainingskontrolle positiv auf das verbotene stimulierende Mittel Cathine getestet worden. Das Exekutivkomitee schloss den Bantamgewichtler in einer Sondersitzung von den Spielen aus und entzog ihm die Akkreditierung. Dem Kenianer droht eine zweijährige Sperre. Sein Fall scheint die Annahme des IOC-Präsidenten Jacques Rogge zu bestätigen, der gesagt hatte: "Ich wäre nicht überrascht, wenn wir in Athen einen Zuwachs an Dopingfällen haben."

Das nimmt auch der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des IOC an. "Ich glaube zwar, dass es weniger Betrüger im Sport gibt", sagt Arne Ljungqvist, "trotzdem werden wir es in Athen mit einer Zunahme der Dopingfälle zu tun haben." Das IOC plant 3500 Dopingtests bei den Olympischen Spielen 2004, das ist verglichen mit Sydney eine Steigerung von 25 Prozent. Den Athener Laboren half das IOC mit 1,5 Millionen Dollar, um auf den aktuellen Stand der Dopingbekämpfung zu gelangen. Im Vergleich zu Sydney können mehr verbotene Substanzen nachgewiesen werden. Welche das sind, verrät Ljungqvist nicht. "Wir sagen nicht, was wir testen, und was wir nicht testen können."

Eine Verbesserung der Dopingbekämpfung wurde Munyasia zum Verhängnis. Seit der Eröffnung des Olympischen Dorfes am 30. Juli hat das IOC bereits 224 Trainingstests durchgeführt. "Im Unterschied zu früheren Jahren werden auch diese Proben auf alle verbotenen Substanzen getestet", sagt Ljungqvist. Offensichtlich ist auch die Cathine darunter. "Das ist kein Mittel, das oft vorkommt", erklärt Schamasch, "es wird in Teilen Afrikas genommen, wo es unter dem Namen Khat oder Bangi bekannt ist." In Kenia ist Khat als illegale Droge verboten. Für Munyasia gilt ein abgewandeltes olympisches Motto: Kurz da sein und nicht mitmachen, ist gar nichts.

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