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US-Open: Fitness macht Kiefer noch Sorgen

Die Tränen aus Athen sind getrocknet, der Tennis-Alltag in New York lässt den enttäuschten Olympioniken keine Zeit mehr zum Trauern: Das Silber-Doppel Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler sowie Thomas Haas führen ein elfköpfiges deutsches Aufgebot in die US Open.

dpa NEW YORK. Die Tränen aus Athen sind getrocknet, der Tennis-Alltag in New York lässt den enttäuschten Olympioniken keine Zeit mehr zum Trauern: Das Silber-Doppel Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler sowie Thomas Haas führen ein elfköpfiges deutsches Aufgebot in die US Open.

Außer der belgischen Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne, bei Olympia mit Gold dekoriert, wollen sich in Flushing Meadows auch so Prominente wie Vorjahressieger Andy Roddick, Roger Federer und die Williams-Schwestern für entgangenen Ruhm in Griechenland entschädigen.

Alle Medaillengewinner werden im Arthur-Ashe-Stadium geehrt, danach wird Andre Agassi aufschlagen, der seinen womöglich letzten großen Titel anstrebt. Der 34-Jährige hat zuletzt seine Zukunft offen gelassen, mit einem Triumph könnte er sich einen so triumphalen Abgang wie Pete Sampras 2002 verschaffen.

Kiefer will zunächst den französischen Qualifikanten Nicolas Mahut aus den Weg räumen. Allerdings zollt der Niedersachse den Turnier- und Reisestrapazen der vergangenen Monate Tribut. "Mein Körper spielt noch völlig verrückt. Mal streikt er, dann bin ich völlig platt. Dann fühle ich mich plötzlich topfit", klagte Kiefer zunächst, hat nun aber die Zeitumstellung und das extrem schwüle Klima etwas besser verdaut: "Bis Montag ist ja noch Zeit um richtig frisch zu werden." Das hauchdünn verlorene Doppel-Finale von Athen hat er jedoch längst nicht vergessen: "Daran werde ich ewig denken. Es war meine bislang größte Niederlage und zugleich der bislang größte Erfolg."

Schüttler trifft auf Qualifikant Andreas Seppi. Gegen den Südtiroler musste er vor sechs Wochen in Kitzbühel zehn Matchbälle abwehren, ehe der Sieg feststand. Auch Haas gegen Davide Sanguinetti und Alexander Popp gegen Potito Starace haben es mit Italienern zu tun. Florian Mayer trifft auf Flavio Saretta aus Brasilien und könnte sich ein Duell mit Agassi verdienen. Daniel Elsner spielt gegen den Schweden Thomas Johansson, 2002 Sieger der Australian Open. Als einziger Deutscher arbeitete sich Philipp Kohlschreiber durch die Qualifikation. Er tritt gegen den Franzosen Julien Benneteau an.

Bei den Damen startet ein deutsches Quartett, nachdem Talent Anna-Lena Grönefeld und Julia Schruff die Qualifikation geschafft haben. Grönefeld trifft auf die Belgierin Els Callens, Schruff auf Jennifer Hopkins aus den USA. Anca Barna bekommt es mit der aufstrebenden Französin Tatiana Golovin zu tun, Marlene Weingärtner mit der bisher kaum bekannten Spanierin Arantxa Parra Santonja.

Die Hoffnungen der Gastgeber ruhen unter anderem auf Serena Williams, neben Agassi die Attraktion des Eröffnungstages. Nach ihrer Olympia-Absage hat die Siegerin von 1999 und 2002 ihr lädiertes linkes Knie gepflegt und behauptet: "Ich bin zu 90, 95 % fit." Im Vorjahr hatte sie nach einer Knieoperation gefehlt.

Bei den Herren ist Roddick, der Haas bei Olympia knapp geschlagen hatte, erneut der heißeste amerikanische Tipp: "Ich bin in diesem Jahr etwas entspannter, weil ich im Hinterkopf habe, dass ich es schon geschafft habe", sagte Roddick. "Jetzt habe ich tief drinnen etwas mehr Selbstvertrauen."

In guter Form präsentiert sich auch der Australier Lleyton Hewitt. Der US-Open-Sieger von 2001, der wie Agassi auf Olympia verzichtet hatte, erreichte beim letzten Vorrundenturnier in Long Island sein drittes Finale nacheinander. Ihm folgte Luis Horna aus Peru. Das diesmal nicht so stark besetzte WTA-Turnier in New Haven entschied Jelena Bowina zu ihren Gunsten. Die Russin siegte am Samstag bei sengender Hitze 6:2, 2:6, 7:5 über die Französin Nathalie Dechy.

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