US-Pentagon lehnt Kommentar ab
Taliban melden Abschuss von Spionageflugzeug

Vor der erwarteten US-Offensive gegen den Terror hat die afghanische Taliban-Miliz am Samstag den Abschuss eines Aufklärungsflugzeuges im Norden des Landes gemeldet. Man versuche derzeit herauszufinden, welchem Land die Drohne gehöre, erklärte der Taliban-Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Saif.

ap KABUL/WASHINGTON. Das unbemannte Flugzeug sei über dem Taschgurgan-Pass in der Provinz Samangan abgeschossen worden, sagte Saif. Die afghanische Nachrichtenagentur AIP hatte zunächst von einem abgeschossenen US-Aufklärer berichtet. Nach Nordafghanistan könnte das Spionageflugzeug von einer der zentralasiatischen früheren Sowjetrepubliken geflogen sein - Usbekistan, Tadschikistan oder Turkmenien.

Das US-Verteidigungsministerium lehnte jeden Kommentar ab. Oberstleutnant Mike Milord erklärte, operative Einzelheiten würden nicht diskutiert: "Wir werden nicht auf jede Erklärung der Taliban antworten."

Die Taliban meldeten zunächst ferner den Abschuss eines Hubschraubers der Oppositionskräfte im Norden des Landes. Ein Oppositionssprecher wies die Angaben jedoch zurück. Später zog die Taliban-Nachrichtenagentur Bachtar den Bericht über den Abschuss als inakkurat zurück.

Kämpfe zwischen Taliban und Opposition

In der Region Dar-e-Suf kam es am Samstag zu schweren Kämpfen zwischen Taliban und Opposition. Dabei seien 39 Kämpfer der Taliban getötet worden, erklärte ein Sprecher der Nordallianz. Die Allianz habe zwei Opfer zu beklagen. Unterdessen brachen die Vereinigten Arabischen Emirate die diplomatischen Beziehungen zu Afghanistan ab. Damit wird das Talibanregime nur noch von Pakistan und Saudi-Arabien als rechtmäßige afghanische Regierung anerkannt.

Die amtliche Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate zitierte einen nicht namentlich genannten Vertreter des Außenministeriums, wonach man versucht habe, die Taliban zur Auslieferung von Osama Bin Laden zu bewegen. US-Präsident George W. Bush hatte Bin Laden und dessen Terrornetzwerk als Hauptverantwortliche für die Anschläge in New York und Washington bezeichnet und die Taliban ultimativ zur Auslieferung Bin Ladens aufgefordert.

Aus Furcht vor einem Militärschlag gegen Afghanistan holen unterdessen flüchtende Familien auch ihre kranken Kinder aus Krankenhäusern und verlassen in Panik die Hauptstadt Kabul.

Möglicher Kampf in der bei Pennsylvania abgestürzten Maschine

Die Auswertung des Stimmenrekorders der am 11. September in Pennsylvania abgestürzten United-Airlines-Maschine nährt Spekulationen über einen Kampf an Bord. Die "New York Times" berichtete am Samstag unter Berufung auf Behördenvertreter, die Auswertung des Stimmenrekorders habe Kampfgeräusche und Schreie auf Arabisch und Englisch zu Tage gebracht. Die amtierende Vorsitzende der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Carol Carmody, erklärte dazu lediglich, Stimmenrekorder und Flugdatenschreiber dieser Maschine könnten dem FBI Aufschluss über die letzten Flugminuten geben.

Die Flugdatenschreiber und die Stimmenrekorder der in Pennsylvania abgestürzten Maschine und der auf das Pentagon gestürzten Boeing wurden gefunden. Der Stimmenrekorder der Pentagon-Maschine wurde beim Absturz allerdings so stark beschädigt, dass eine Auswertung nicht mehr möglich ist. Die Black Boxes der beiden Flugzeuge, die das New Yorker World Trade Center zerstörten, sind dagegen noch nicht geborgen worden.

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