US-Pharmakonzern mit Gewinnrückgang
Prozac schlägt Eli Lilly aufs Gemüt

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Co. hat im zweiten Quartal einen starken Gewinnrückgang verbucht und dies vor allem auf sinkende Verkaufszahlen beim Antidepressivum Prozac sowie das schwache Geschäft mit dem Infektionsmittel Xigris zurückgeführt. Vorbörslich gab der Aktienkurs kräftig nach.

Reuters INDIANAPOLIS. Der Gewinn sei um 20 Prozent auf 658,5 Millionen Dollar oder 61 Cent je Aktie gefallen, teilte Eli Lilly am Donnerstag mit. Damit verbuchte das Unternehmen zum vierten Mal in Folge ein geringeres Quartalsergebnis, lag aber im Rahmen der Analystenerwartungen, die von 60 bis 61 Cent Gewinn ausgegangen waren. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal um neun Prozent auf 2,78 Milliarden Dollar.

Billig-Konkurrenz und Qualitäts-Probleme machen zu schaffen

Prozac ist das Flaggschiff von Eli Lilly und hat seit August durch ein Billigpräparat Konkurrenz bekommen. Der Prozac-Umsatz ging um 72 Prozent auf 195 Millionen Dollar zurück. Mit 22,6 Millionen Dollar lag auch der Xigris-Umsatz lediglich etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Analysten hatten das Medikament gegen Blutvergiftung im vergangenen Jahr als möglichen Verkaufsschlager gefeiert und mehr als 600 Millionen Dollar Umsatz für dieses Jahr prognostiziert. Aufgrund von Sicherheitsbedenken schreckten Ärzte nun aber davor zurück, Xigris zu verschreiben.

Neben dem Verlust des Patentschutzes für Prozac leidet Lilly auch unter einem verzögerten Zulassungsverfahren für ein Osteoporose- und ein Schizophrenie-Mittel, nachdem es dort Produktionsprobleme gegeben hatte. Die Firma setzt nun auf die Markteinführung von mehreren neuen Medikamenten, die sich zur Zeit in der Entwicklung befinden.

FDA-Untersuchungen noch ohne Ergebnis

Wie Eli Lilly weiter mitteilte, hat die US-Gesundheitsbehörde FDA kürzlich umfangreiche Untersuchungen in weltweit acht Produktionsstandorten eingeleitet, aber noch keine Ergebnisse oder Empfehlungen vorgelegt. Nach den Gesprächen mit der FDA und den eigenen Recherchen sei Eli Lilly zwar auf dem Wege zur Erfüllung des weltweiten Plans zur Qualitätssteigerung, "allerdings bleibt noch einiges zu tun", sagte Pedro Granadillo, Senior Vice president von Lilly. Der Eli Lilly-Aktienkurs fiel vor US-Börseneröffnung um mehr als neun Prozent auf 46,02 Dollar nach einem Schlusskurs von 50,90 Dollar am Vortag in New York.

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