US-Politiker planen Steuervorteile für Reservisten: An der Front wird keiner reich

US-Politiker planen Steuervorteile für Reservisten
An der Front wird keiner reich

Patrick Miller wollte ein geregeltes Einkommen. Ihn drückten die Kredite aus der Studentenzeit. Deshalb ging der 23-jährige Vater zweier Kinder im vergangenen Sommer zum Militär, sagte sein Halbbruder der Agentur Associated Press. Miller zählt zu den ersten US-Kriegsgefangenen im Irak-Krieg.

tmo NEW YORK. Millers Kameradin Jessica Lynch gilt als vermisst. Die erst 19-jährige Frau sah die Militärausbildung als Weg, ihrem Traumberuf Grundschullehrerin näher zu kommen. Lynch und Miller gehörten zur 507. Versorgungseinheit der US-Armee, die von irakischen Truppen angegriffen wurde.

In den USA melden sich viele kleine Leute zum Dienst an der Waffe. Zwar ist der Sold bei den einfachen Soldaten auch nicht üppig und ein qualifizierter Angestellter verdient in der Wirtschaft allemal mehr. Aber als Ausgleich für die bescheidene Bezahlung bietet das US-Militär zahlreiche geldwerte Vorteile: Zuschüsse für Baudarlehen, Ausbildungsprogramme, besseren Kündigungsschutz bei Mietverträgen und kostenlose Gesundheitsversorgung. Auf ihrer Internetseite wirbt die US-Armee: "Kein Geld fürs College? Kommen Sie zu uns."

Der Krieg im Irak und nun die ersten Meldungen über gefangene und getötete Soldaten haben in den USA eine alte Diskussion neu angefacht: Werden die US-Soldaten für ihren lebensgefährlichen Job ausreichend bezahlt? Neben den Gehältern der Berufssoldaten stehen vor allem die US-Reservisten im Fokus. Sie wurden in den 90er-Jahren weit häufiger zum Dienst einberufen als in früheren Jahrzehnten: im ersten Golfkrieg, bei Einsätzen in Ex-Jugoslawien, im Kosovo, in Afghanistan und nun im Irak. Rund 200 000 Reservisten sind zum aktiven Dienst einberufen worden.

Und so diskutieren Politiker des US-Kongresses zurzeit mit Militärexperten über zusätzliche Anreize. So sollen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten mehr Arbeitgeber dazu bewegen, ihre Reservisten für Einkommensausfälle zu entschädigen. Die Arbeitgeber sind zwar verpflichtet, ihnen bei ihrer Rückkehr eine Stelle anzubieten. Eine bundesweite Pflicht, einen möglichen Fehlbetrag zwischen Arbeitseinkommen und Militärsold auszugleichen, besteht dagegen nicht. Viele Bundesstaaten haben Mindestsummen an Ausgleichszahlungen fixiert - zum Beispiel 500 $ pro Monat in Cincinnati. Auch Großunternehmen wie Microsoft und Boeing zahlen freiwillig die Differenz zwischen dem Zivilgehalt ihrer Reservisten und dem Militärsold. Der geplante Steuervorteil soll kleinere Unternehmen nun motivieren, ebenso zu handeln.

Damit auch die Reservisten selbst profitieren, hat ein Komitee des US-Repräsentantenhauses ein Gesetz entworfen, das ihnen einen Steuerabzug von bis zu 500 $ für Reisekosten zu Ausbildungsterminen ermöglicht.

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