US-Präsident bietet "Zucker" für Russland, China und westeuropäische Verbündete
Bush will Bedenken gegen Raketenabwehr zerstreuen

Die Zahl der Atomwaffen in den USA soll erheblich verringert werden. US-Präsident George W. Bush hat das Pentagon beauftragt, den Verteidigungsbereich zu überprüfen.

dpa WASHINGTON. US-Präsident George W. Bush will die Zahl der Nuklearwaffen der Supermacht nach Möglichkeit erheblich verringern. Bush teilte am Freitag in Washington mit, dass er das Pentagon mit einer umfassenden Überprüfung des Verteidigungsbereichs "von oben bis unten" beauftragt habe. Nach Angaben von Regierungsbeamten gehört dazu eine Überprüfung des Atomwaffen-Arsenals.

Das Vorhaben hängt mit der geplanten Nationalen Raketenabwehr (NMD) zusammen. Bedeutende Kürzungen bei den Nuklearwaffen könnten die Bedenken Russlands, Chinas und der westeuropäischen Verbündeten gegen die Raketenabwehr zerstreuen. US-Außenminister Colin Powell hatte vor kurzem ein "sehr vernünftiges Konzept" angekündigt, das die strategischen Offensivstreitkräfte und die Bemühungen gegen eine Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen ergänzen werde.

Bush gab ein Wahlversprechen das Waffenarsenal zu verkleinern

Bushs Sprecher Ari Fleischer erinnerte am Freitag in Washington daran, dass der Präsident schon während des Wahlkampfes eine Verkleinerung des atomaren Waffenarsenals versprochen hat. Die USA verfügen über rund 7000 Nuklearsprengköpfe, Russland hat etwa 6 000. Nach dem letzten Abrüstungsvertrag sollen sie auf jeweils 3 500 reduziert werden. Weitere Verringerungen auf 2 000 bis 2 500 waren in Aussicht genommen. Russland hatte eine noch stärkere Reduzierung auf eine Obergrenze von 1 000 bis 1 500 vorgeschlagen.

Bis zur Vollendung der militärischen Bestandsaufnahme unter der Leitung des neuen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld will Bush die Militärausgaben nicht erhöhen. Mit der Analyse künftiger Bedrohungen, denkbarer Feinde und der erforderlichen Bewaffnung ist nach Informationen der "Washington Post" einer der unkonventionellsten Experten des Pentagons, der 79 Jahre alte Andrew Marshall, beauftragt worden. Er gelte als Kritiker des neuen F-22- Kampfjets und habe Zweifel am weiteren Wert von schweren Panzern und von Flugzeugträgern geäußert.

Marshall, ein jahrzehntelanger Bekannter von Rumsfeld, sei der einzige aktive Pentagon-Bedienstete, der die gesamte Zeit des Kalten Krieges miterlebt habe. Er hatte 1949 als Nuklearexperte der Rand Corporation begonnen und seit 1973 als Leiter der Analyse-Abteilung im Verteidigungsministerium gearbeitet.

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