US-Präsident profitiert von der Sorge um die nationale Sicherheit
Auch Wahlempfehlungen bringen Kerry nicht auf die Siegesstraße

US-Präsident George W. Bush geht mit einem leichten Vorsprung in den Endspurt des amerikanischen Wahlkampfes. Nach einer gestern veröffentlichten Umfrage des Nachrichtenmagazins "Time" liegt Bush derzeit mit 48 zu 46 Prozent vor seinem demokratischen Herausforderer John Kerry. Das Meinungsforschungs-Institut Gallup sah den Präsidenten gar mit drei Prozentpunkten in Führung.

WASHINGTON. Bush profitiert davon, dass die nationale Sicherheit für die Amerikaner gegenwärtig das wichtigste Thema ist. 55 Prozent der US-Bürger halten Sicherheits-Probleme nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP für die wichtigste Frage. Den Irak-Krieg erwähnen in diesem Zusammenhang 27 Prozent. Für 40 Prozent der Amerikaner ist hingegen die Wirtschaftslage das brennendste Thema.

Der Präsident hat den Kampf gegen den internationalen Terrorismus zum Kernstück seiner Kampagne gemacht. Damit mobilisierte er neben republikanischen Stammwähler auch einige Latinos und Farbige, die zur klassischen Klientel der Demokraten zählen. Zudem hat sich in der amerikanischen Politikwissenschaft der Begriff "Sicherheitsmütter" etabliert, womit Frauen gemeint sind, für die Sicherheits-Maßnahmen gegen Terror-Anschläge zu einer Priorität geworden sind.

Kerry hatte beim Nominierungsparteitag der Demokraten Ende Juli versucht, Bush in dieser Frage Paroli zu bieten. Mit der Betonung seiner Vergangenheit als hoch dekorierter Vietnam-Veteran wollte sich Kerry als Oberkommandierender empfehlen. Der Vorstoß erwies sich als kontraproduktiv. Eine Bush nahe stehende Veteranengruppe zog Kerrys Patriotismus mit einer massiven Fernseh-Kampagne in Zweifel.

Seitdem präsentiert sich der Oppositions-Mann verstärkt als Anwalt der "ausgequetschten Mittelklasse". Den Fokus legt er auf die sinkenden Realeinkommen sowie die steigenden Kosten für Gesundheit und Bildung. Bislang konnte Kerry bei diesen Themen jedoch keinen Durchbruch erzielen wie etwa Bill Clinton 1992. Denn die gegenwärtige Delle im US-Arbeitsmarkt wird von vielen Amerikanern als weniger einschneidend empfunden als die Rezession 1991, die Präsident Bush senior politisch das Genick brach.

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