US-Präsident traf Frankreichs Staatspräsident
Bush und Chirac betonen Gleichklang im Terrorismus-Kampf

Nach seiner Russland-Visite hat US-Präsident George W. Bush in Frankreich mit Staatspräsident Jacques Chirac über den Kampf gegen den Terrorismus sowie die Kaschmir-Krise gesprochen. Den Gipfel in Moskau werten Bush wie auch Russlands Präsident Wladimir Putin als Erfolg.

dpa PARIS/ST. PETERSBURG/MOSKAU. Russland und die USA haben über ihre Präsidenten George W. Bush und Wladimir Putin eine neue Freundschaft besiegelt, der schon am Dienstag die Partnerschaft zwischen den einstigen Gegnern NATO und Russland folgen wird. Bush beendete am Sonntag in Sankt Petersburg seinen Russland-Besuch, der am Freitag in Moskau mit der Unterzeichnung eines weit reichenden nuklearen Abrüstungsabkommens begonnen hatte. Beide Präsidenten, die sich auch persönlich noch näher kamen, stuften das Abkommen als Beginn einer neuen Ära der Freundschaft ihrer Länder ein. Bush flog nach Paris weiter, wo er am Nachmittag mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac über alle bedeutenden politischen Probleme sprach. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz betonte Chirac den völligen Gleichklang mit Bush im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Frankreich und die USA hätten "dieselbe Auffassung von den Dingen und dieselbe Entschlossenheit, den Terrorismus auszurotten." Er bezeichnete die Beziehungen mit den USA ausdrücklich als "sehr gut", sprach gleichzeitig aber gezielt aktuelle Streitfragen wie die US-Stahlzölle an und äußerte den Wunsch nach besseren Konsultationen. Für die Bewahrung des "Machtgleichgewichts" würden die europäisch-amerikanischen Beziehungen immer bedeutender, sagte er. Bush lobte Frankreich für die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. "Wir haben keinen stärkeren Verbündeten" in diesem Bereich, sagte der US-Präsident. Er bekräftigte die US-Position, für einen Regimewechsel im Irak einzutreten. Er habe Chirac aber versichert, dass keine Kriegspläne gegen Bagdad auf seinem Schreibtisch lägen und dass die USA die Verbündeten über das weitere Vorgehen eng konsultieren würden. Vor dem Abflug nach Paris hatten George und Laura Bush in St. Petersburg noch die orthodoxe Kasan-Kathedrale und die Choralsynagoge besucht. Bush und Putin werden sich am Dienstag in Rom bei der feierlichen Unterzeichnung des Abkommens über die Partnerschaft zwischen dem Nordatlantischen Verteidigungsbündnis und Russland wieder treffen. Künftig werden die 19 Mitgliedstaaten der NATO und Russland in einem gemeinsamen Rat gleichberechtigt vertreten sein und gemeinsam Entscheidungen treffen. Zu den Ergebnissen des Moskauer Gipfels sagte Putin, "alle Ziele des Besuchs des amerikanischen Präsidenten in Russland sind erreicht worden". Bush selbst unterstrich: "Wir denken jetzt darüber nach, wie wir den Frieden für die gesamte Menschheit sichern und wie wir unsere Beziehungen verbessern können." In Paris begrüßte Chirac ausdrücklich die Gipfelergebnisse. "Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind in der Welt von heute entscheidend." Putin forderte erneut freien Zugang für russische Waren auf dem Welt- und US-Markt. Moskau wolle keine Sonderrechte, sondern normale Handelsbeziehungen. Bush forderte Russland auf, bessere Bedingungen für freien Handel und für Investitionen zu schaffen. Er befürwortete Russlands Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen seien. Angesichts des eskalierenden Konflikts um Kaschmir kündigte Putin an, die Führer Indiens und Pakistans zu einem Friedensgespräch zusammenbringen zu wollen. Putin könne sich mit dem indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee und dem pakistanischen Machthaber Pervez Musharraf Anfang Juni in Almaty in Kasachstan treffen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der Kaschmir- Konflikt war auch ein wesentliches Gesprächsthema zwischen Bush und Chirac im Elysée-Palast. Bush forderte im Anschluss Musharraf dazu auf, seine Zusagen einzuhalten und die Verletzungen der Kontroll- Linie in Kaschmir zu stoppen. "Das ist wichtiger als Raketentests." In Paris und Caen protestierten am Sonntag mehrere tausend Demonstranten gegen eine "US-Strategie der Weltbeherrschung". Chirac warnte vor der Presse davor, die Demonstrationen überzubewerten. Sie seien "wirklich nur marginal". An diesem Montag, dem Memorial Day der USA (dem Tag des Erinnerns an die Kriegstoten), will Bush in der Normandie der US- Soldaten gedenken, die dort bei der alliierten Landung 1944 gefallen sind. Anschließend fliegt er zur letzten Station nach Rom.

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