US-Präsidentschaftskandidatur
Obama baut Vorsprung in Umfrage aus

US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama liegt Umfragen zufolge in der Gunst der Demokraten erstmals landesweit deutlich vor seiner Rivalin Hillary Clinton.

dpa WASHINGTON. Einer nationalen Umfrage der „New York Times“ und des Fernsehsenders CBS zufolge sprachen sich 54 Prozent der Anhänger der Demokraten für Obama als Kandidaten für die Präsidentenwahl im November aus. Lediglich 38 Prozent wollen die frühere First Lady ins Rennen um das Weiße Haus schicken. Noch im Januar habe Clinton mit 15 Prozentpunkten vorn gelegen, berichtete CBS am Dienstag wenige Stunden vor einer TV-Debatte der Bewerber. Zugleich sorgte ein im Internet verbreitetes Foto zeitweise für Wirbel, das Obama in traditioneller muslimischer Kleidung mit Turban zeigt.

Zugleich erhielt Obama weitere Rückenstärkung: Der ausgeschiedene demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Christopher Dodd sagte ihm seine Unterstützung zu. „Dies ist die Stunde für Demokraten, Unabhängige und andere, zusammenzukommen und sich hinter seiner (Obamas) Präsidentschaftskandidatur zu sammeln“, meinte Dodd. Der Senator ist der erste ausgeschiedene Bewerber der Demokraten, der sich hinter Obama oder seine Konkurrentin Hillary Clinton stellt.

Eine Woche vor den entscheidenden Vorwahlen in Texas und Ohio deutet sich dort ein spannendes Rennen an: Laut Umfragen liegt Obama in Texas mit 50 Prozent der Stimmen vorn (Clinton: 46), dagegen habe Clinton in Ohio mit 49 Prozent der Stimmen einen klaren Vorsprung vor Obama (39 Prozent), berichtete der TV-Sender CNN. Wahlexperten hatten immer wieder betont, dass Clinton in den beiden bevölkerungsreichen Staaten mit deutlichem Vorsprung gewinnen muss, um ihre Chancen zu wahren.

Nach elf Vorwahl-Siegen in Folge hat der 46-jährige Obama bislang fast 100 Delegierte mehr als Clinton hinter sich gebracht. Die Präsidentenwahl ist am 4. November, die endgültige Nominierung der Kandidaten findet bei Parteitagen im Sommer statt.

Zugleich verschärfte sich der Ton zwischen Clinton und Obama. Clinton warf ihrem Konkurrenten indirekt vor, er sei wegen vermeintlich mangelnder Erfahrung ein außenpolitisches Risiko. „Wir sehen die tragischen Ergebnisse, einen Präsidenten zu haben, der weder die Erfahrung noch die Klugheit hat, unsere Außenpolitik zu führen“, sagte sie mit Blick auf US-Präsident George W. Bush. „Das darf nicht ein zweites Mal geschehen“, sagte Clinton, allerdings ohne Obama dabei ausdrücklich beim Namen zu nennen.

Das Wahlkampfteam Obamas reagierte mit Verärgerung auf das in Umlauf gebrachte „Turban-Bild“ des schwarzen Präsidentschaftsbewerbers. Es handele sich um ein Beispiel „schändlicher, beleidigender Angstmacherei“. Bereits in der Vergangenheit gab es Versuche, Obama als Politiker mit muslimischen Wurzeln darzustellen. Nach den Worten seiner Wahlhelfer war das Foto bei einem Besuch Obamas 2006 in Kenia gemacht worden. Obama ist der Sohn eines kenianischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin. Das US-Internetportal www.drudgereport.com hatte das Bild unter dem Hinweis veröffentlicht, es sei von Mitarbeitern Clintons in Umlauf gebracht worden. Das wies Clinton allerdings laut US-Medienberichten zurück. Sie beschuldigte ihren Gegner, den Wirbel zu nutzen, um von seinen Schwächen abzulenken.

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