US-Präsidentschaftswahl 2004
Kerry konnte Katholiken nicht überzeugen

Der Katholik John Kerry ist bei katholischen Wählern überraschender Weise hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Punkten konnte Kerry bei den US-Präsidentschaftswahlen erneut bei Frauen und Minderheiten.

HB WASHINGTON. Präsident George W. Bush lag erwartungsgemäß bei Männern und praktizierenden Christen vorn. Das ergaben am Mittwoch Analysen der US-Medien. Allerdings gab es auch Überraschungen. So blieb der Katholik Kerry bei katholischen Wählern hinter den Erwartungen zurück.

Bush konnte im Vergleich zur Wahl 2000 bei den Katholiken sogar noch vier Prozentpunkte auf 52 Prozent zulegen. Auf Kerry, den zweiten katholischen Präsidentschaftskandidaten in der US-Geschichte nach John F. Kennedy, entfielen in dieser Gruppe nur 48 Prozent - weniger als auf den demokratischen Kandidaten Al Gore vor vier Jahren. Die jüdischen Wähler votierten zwar zu mehr als drei Vierteln für Kerry, Bush konnte jedoch auch hier zulegen (plus fünf Prozentpunkte).

Die Frauen stimmten wieder vor allem für den demokratischen Kandidaten, jedoch weniger deutlich. Für Kerry votierten 52, für Bush 47 Prozent der Wählerinnen. Die Männer bevorzugten erwartungsgemäß die Republikaner mit 54 zu 45 Prozent. Während Kerry vor allem bei den jungen Wählern punkten konnte (54 zu 44 Prozent), gewann Bush deutlich bei den Alten.

Die aus Lateinamerika stammenden Wähler entschieden sich zwar mit 55 Prozent für Kerry - aber Bush konnte mit 42 Prozent diesmal erheblich Boden gut machen. Kerry konnte erwartungsgemäß auch die Stimmen der Schwarzen holen: Neun von zehn Afroamerikanern wählten demokratisch. Weniger deutlich, aber immer noch eindeutig auch das Ergebnis bei den Amerikanern asiatischer Abstammung, die mit 59 zu 41 Prozent Kerry wählten.

Deutlich ist auch der Unterschied im Wahlverhalten der Einkommensschichten. Während Wähler mit bis zu 15 000 Dollar Jahreseinkommen zu 63 Prozent Kerry wählten, ist Bush bei den Wählern mit mehr als 200 000 Dollar im Jahr ebenso deutlich vorn.

Sichtbar wurde zudem, dass Bush vor allem bei Familien mit Kindern und Waffenbesitzern, Kerry hingegen bei Kriegsgegnern und Homosexuellen punkten konnte. Die Anhänger beider Kandidaten waren zu jeweils zwei Dritteln davon überzeugt, dass der Wahlkampf der Gegenseite unfair war.

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