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US-Präsidentschaftswahl: Die Sieger sind die Investoren

Klaus Hagedorn, Fondsmanager des Metzler Wachstum International, kommentiert die Lage an den US-Aktienmärkten. Er ist überzeugt: Egal, wer den Kampf um die amerikanische Präsidentschaft gewinnt - die Entscheidung wird die Börsen beflügeln. Unabhängig von der Dauer des Wahlkampfkrimis bieten die USA nach breiten Kurseinbußen bereits jetzt günstige Kaufgelegenheiten für den selektiven Wiedereinstieg. Der Metzler Wachstum International ist aktuell zu knapp 70 Prozent in den USA investiert.

dpa FRANKFURT. "Egal, wer bei den Präsidentschaftswahlen letztendlich das Rennen machen wird, ein Gewinner steht schon fest: die US-amerikanischen Aktienmärkte", sagt Klaus Hagedorn, Fondsmanager des Metzler Wachstum International. Auch wenn sich der Krimi um das US-Wahlergebnis noch hinzieht, Ende Januar werden die Vereinigten Staaten in jedem Fall einen neuen Präsidenten vereidigen. Und von keinem der beiden Anwärter erwartet das Team des Metzler Wachstum International einen signifikanten Einfluß auf die Attraktivität der US-Aktienmärkte.

"Aufgrund des knappen Wahlausgangs wird die Sitzverteilung in Senat und Repräsentantenhaus keinen extremen politischen Richtungswechsel zulassen", sagt Hagedorn. So würde George Bush als Präsident angesichts der Mehrheitsverhältnisse genauso auf die geplanten massiven Steuersenkungen verzichten müssen wie Al Gore auf die von Anlegern gefürchtete Gesundheitsreform mit Preiskontrollen für die Pharmaindustrie. "Nach der Wahl heißt es in jedem Fall 'Business as usual', was bereits unter Präsident Clinton bedeutete, daß sich das Weiße Haus und der Kongreß gegenseitig blockierten. Eine Situation, die offensichtlich positiv für die Wirtschaft und die Börse war", kommentiert Hagedorn.

Haushaltsüberschuß erwartet

Für die kommenden zwei Jahre erwartet er einen Haushaltsüberschuß von 500 Milliarden US-Dollar und eine entsprechende Reduzierung der Staatsverschuldung. Der Fondsmanager gibt für die US-Wirtschaft eine günstige Prognose ab. "Wir sind zuversichtlich, daß der überhitzten US-Konjunktur das Soft Landing gelingen wird, das heißt ein Übergang zu einem moderaten Wirtschaftswachstum mit anhaltend niedriger Inflation - ohne markante Gewinneinbußen oder einen starken Wiederanstieg der Arbeitslosenzahlen."

Während die jüngsten Konjunkturdaten eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums bestätigen, nährt sich die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen und einen damit verbundenen Aufschwung an den Aktienmärkten. "Wenn unsere Erwartungen eintreffen, erleben wir Anfang kommenden Jahres durch die US-Notenbank eine erste Zinsrücknahme", sagt Hagedorn. Nach jüngsten Umfrageergebnissen teilt die Mehrheit der US-Fondsmanager diese Einschätzung. Auch wenn sich viele Investoren aufgrund der ausstehenden Wahlentscheidung derzeit in ihren US-Engagements stark zurückhalten, sieht Hagedorn nach den breiten Kursrückgängen der Vergangenheit bereits jetzt einen günstigen Zeitpunkt für das Engagement in US-Aktien: "Wir rechnen zwar noch mit einigen Gewinnwarnungen und einzelnen Enttäuschungen, empfehlen aber dennoch einen selektiven Wiedereinstieg, um günstige Kaufgelegenheiten zu nutzen."

Nasdaq büßte fast die Hälfte ein

In den letzten Monaten hatten die US-Börsen Anlegern nur wenig Anlaß zur Freude gegeben. Der amerikanische Technologiewerte-Index Nasdaq Composite hat gegenüber einem Jahreshöchststand von 5.133 Punkten (10.3.2000) rund 46 Prozent eingebüßt (Schlusskurs der Nasdaq am 22.11.2000: 2.755 Punkte). In den vergangenen zwei Monaten führten neben der Ölpreis-Hausse steigende Zinsen und sinkende Gewinne zu Kursrückschlägen auf breiter Front. Zahlreiche Unternehmen, darunter Apple und Intel, hatten Gewinnwarnungen ausgesprochen und mußten Kurseinbußen bis zu 50 Prozent hinnehmen.

Der internationale Wachstumsfonds der Metzler Investment GmbH, Schwestergesellschaft der 1674 gegründeten Privatbank B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, Frankfurt am Main, investiert aktuell knapp 70 Prozent seines Vermögens in den USA. Bei der Titelauswahl verfährt Fondsmanager Hagedorn nach einem strengen Bottom-Up-Prinzip und setzt ausschließlich auf Wachstumswerte, das heißt Unternehmen und Branchen, die von den strukturellen technologischen und demographischen Entwicklungen besonders begünstigt werden. Hagedorn sagt: "Besondere Wachstumschancen sehen wir beispielsweise im Medizintechnik- und Pharmasektor, der von der Überalterung der westlichen Gesellschaft profitiert. So haben wir erst kürzlich mit Medimmune eines der größten Biotech-Unternehmen der Welt ins Portfolio aufgenommen." Das US-Unternehmen Medimmune produziert unter anderem Medikamente gegen Infektionskrankheiten, Krebs und Erkrankungen des Immunsystems.

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