US-Präsidentschaftswahl
George Bush umarmt John McCain

Amerikas Regierungspartei hat den Parteitag nach dem Abzug von Hurrikan Gustav neu gestartet. Zur besten Sendezeit redete Joe Liebermann, der 2000 noch als Vizepräsidentenkandidat der Demokraten angetreten was. Erst dann folgte der ungeliebte Präsident George W. Bush. Das schadete aber auch nicht viel, denn im Parkett und in den Medien spielt Tummygate immer noch die Hauptrolle, das Drama um die schwangere Tochter der neuen republikanischen Powerfrau Sarah Palin.

law/HB HOUSTON. Überraschungen sind auf amerikanischen Parteitagen eigentlich nicht vorgesehen, jedes Detail, jede Rede ist sorgfältig eingeübt. Doch die Konvention der Republikaner in St. Paul/Minneapolis ist anders, ganz anders. Auch am Dienstag nahm die Tagesordnung nur allmählich Gestalt an, zum Teil mussten die Delegierten per SMS alarmiert werden. Zur Enttäuschung der Parteitagsregie sagte Präsident George W. Bush seinen am Montag ausgefallenen Live-Auftritt – er hatte stattdessen Einsatzzentren im Süden der USA besucht, wo Hurrikan „Gustav“ Erinnerungen an die „Katrina“-Katastrophe vor drei Jahren geweckt hat – nicht ganz ab, sondern schaltete sich per Satellit aus dem Weißen Haus in den Parteitag ein.

Gerne setzt sich John McCain nicht in ein Boot mit Bush, doch das hielt den Präsidenten nicht davon ab, seinem potenziellen Nachfolger den Weg zu weisen: Der Senator aus Arizona sei der richtige Mann, Amerika in dieser "gefährlichen Welt" zu führen, sagte Bush, ganz im Gegensatz zur "wütenden Linken": Und weiter: "Wir brachen einen Präsidenten, der die Lehren des 11. September 2001 versteht; der versteht, dass wir in der Offensive bleiben und Angriffe stoppen müssen, bevor sie geschehen anstatt abzuwarten, bis wir wieder getroffen werden. Und dieser Mann ist John McCain." Endlich jubelt die Partei wieder einmal ihrem Präsidenten zu.

Unbeirrt lobt Bush, was McCain immer wieder in Konflikt mit dem Regierungskurs gebracht hatte: Er sei ein unabhängiger Mann, "der einen eigenen Kopf hat". Als Beispiel für den Mut des Kandidaten nannte er McCains starke Unterstützung für seine Entscheidung im vergangenen Jahr, die Truppen im Irak aufzustocken. Dass sich der Präsident dieser Forderung lange widersetzt hatte, lässt er unter den Tisch fallen.

Zuvor hatte schon Senator Joe Liebermann den Ton vorgegeben. Der Senator, der 2004 unter John Kerry Vizepräsidentenkandidat der Demokraten war, stellte sich selbst die Frage, was eigentlich ein Demokrat auf dem Parteitag der Republikaner zu suchen habe: "Ich bin hier, um John McCain zu unterstützen, weil die Interessen des Landes wichtiger sind als die einer Partei." Und McCain verfolge die richtige Irakpolitik, während der Barack Obama das Land im Stich lassen wolle. Der Kandidat der Demokraten sei ein begabter Sprecher, aber "Eloquenz ist kein Ersatz für Erfahrung", giftet Lieberman.

Seite 1:

George Bush umarmt John McCain

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%