US-Präsidentschaftswahl
Hillary-Town fiebert mit Obama

Obama-Buttons, Obama-Schilder, Obama-T-Shirts: New York ist für den Demokraten eine sichere Bank, Rivale McCain kommt höchstens als Halloween-Ulk vor. Die Stimmung in der Stadt in den vergangenen Tagen und am Wahltag ist euphorisch.

NEW YORK. John McCain kommt aus der Toilette, läuft zur Bar und bestellt einen Pitcher Bier. Die Gläser der fünf Mittzwanziger, die mit ihm hier sind, müssen neu befüllt werden. "Thanks John, ich werde dich wählen", ruft einer aus der Runde und stößt auf, als der Präsidentschaftskandidat mit einer beeindruckenden Menge Rudy's Blonde zurückkehrt.

Halloween in Rudy's Bar, New York, ein paar Tage vor der Wahl. John McCain ist ein Student mit Gummimaske, der zwischen Monstern und anderen Schauergestalten jetzt auch noch anfängt, zur Musik zu grölen. Mitgebracht hat der falsche McCain eine junge Frau mit Brille und Turmfrisur. Auf den etwas einfältigen Hinweis, sie sehe aus wie Sarah Palin, schreit die Frau "Ja, aber ich bin nicht so blöd". Eine andere Gestalt, ein 27-jähriger Pinguin, fragt suggestiv, ob man denn auch ja den Demokraten Barack Obama wählen würde. "Obama ist mein Mann", stößt der Pinguin hervor, der Chad heißt und normalerweise als Grafiker in Brooklyn arbeitet. "Niemand wählt in New York McCain".

Das republikanische Kandidaten-Gespann ist in Rudy's Bar außer als Halloween-Gag nicht gut gelitten. Überhaupt findet sich in New York auf den ersten Blick wenig, was den Senator aus Arizona freuen könnte. Menschen heften sich Obama/Biden-Buttons an die Jacke, die Händler, die diese verkaufen, haben für McCain-Fans manchmal gar nichts im Angebot. "Ich will nicht, dass er Präsident wird", lautet etwa die Begründung eines Plaketten-Verkäufers an der 86. Straße. Andere New Yorker, jung und alt, laufen mit "Yes, we can"-Schildern durch die Straßen oder tragen "Change"-T-Shirts. Die Stadt ist eine Hochburg der Demokraten, seit 1924 konnten die Republikaner hier nicht mehr gewinnen.

Noch im Frühjahr war New York City Hillary-Clinton-Town, als diese sich im innerparteilichen Rennen noch mit Obama bekriegte. Jetzt aber sind die Schlachten zumindest äußerlich geschlagen und die Truppen stehen zusammen: Bei den letzten Umfragen im Staat New York kam Obama auf 65 Prozent - nur 29 Prozent würden für McCain stimmen. Nach offiziellen Zahlen vom März sind in der Stadt 2,8 Millionen Demokraten registriert - nur kaum mehr als eine halbe Million bekennt sich zu den Republikanern.

Seite 1:

Hillary-Town fiebert mit Obama

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%