US-Präsidentschaftswahlen
Bis zum bitteren Ende

US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton trotzt dem Druck aus ihrer eigenen Partei, zugunsten von Barack Obama das Nominierungsrennen aufzugeben. Und auch ihr führender Rivale sieht keine Notwendigkeit für einen schnellen Rückzug seiner Konkurrentin. Inhaltlich rückt drei Wochen vor der nächsten Vorwahl in Pennsylvania die Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik ins Zentrum des Wahlkampfs.

HB WASHINGTON. Obama trat den Bedenken entgegen, seine Partei könne durch den erbitterten Wettstreit um die Kandidatur gespalten werden. Diese Darstellung sei übertrieben, sagte der schwarze Senator aus Illinois am Samstag. Zuletzt laut gewordenen Forderungen nach einem Rückzug seiner Rivalin Hillary Clinton schloss sich Obama nicht an. Die frühere First Lady habe das Recht, bei den Vorwahlen so lange um Stimmen zu kämpfen, wie sie das für richtig halte, erklärte er. Im Sommer müssten die Superdelegierten dann aber zu einer zügigen Entscheidung über den Kandidaten kommen. Er gehe davon aus, dass sich die Partei danach geschlossen hinter den Sieger stelle.

Als erstes demokratisches Senatsmitglied hatte zuvor sein prominenten Parteifreund Patrick Leahy Clinton nahegelegt, im Rennen um die Kandidatur für die Demokarten zugunsten Obamas aufzugeben. Clinton habe „jedes Recht, aber keinen besonders guten Grund, solange sie will, Präsidentschaftsbewerberin zu sein“. Im Interesse eines Siegs der Demokraten bei der Wahl im November gebe es „keinen guten Grund, das durchzuziehen“, hatte der Senator aus Vermont erklärt.

Bei der Zahl der insgesamt benötigten Delegiertenstimmen liegt Clinton bislang hinter Obama, kann Umfragen zufolge aber in Pennsylvania auf einen Sieg hoffen. Dort finden am 22. April die nächsten Vorwahlen statt. Viele Anhänger der Demokratischen Partei befürchten, dass der seit Monaten andauernde Machtkampf zwischen Clinton und Obama vor allem dem politischen Gegner nutzt: John McCain, der als Kandidat der Republikanischen Partei bereits feststeht.

Clinton selbst hatte am Freitag ebenfalls betont, im Rennen bleiben zu wollen, obwohl inzwischen einige Parteikollegen das Gegenteil fordern. „Ich glaube, dass ein schwungvoller Wettbewerb gut für die Demokratische Partei ist und am Ende den Kandidaten stärkt“, sagte sie. Bezugnehmend auf die Äußerungen Leahy erwiderte Clinton, es gebe für sie Millionen Gründe, das Rennen fortzusetzen: „Die Menschen in Pennsylvania, Indiana, North Carolina und alle noch kommenden Entscheidungen“ in Vorwahlen. Die Partei werde sich nach dem Nominierungsparteitag im August hinter ihren Kandidaten stellen - „wer immer das ist“.

Obama sagte, der demokratische Gegenkandidat des Republikaners John McCain für die Präsidentenwahl am 4. November sollte so früh wie möglich nach dem Ende der Vorwahlen feststehen. Der Senator aus Illinois fasste dabei einen Termin Anfang Juni ins Auge. Am 3. Juni sind die letzten Vorwahlen. Der demokratische Bewerber sollte vor dem entscheiden Parteitag Ende August in Denver genügend Zeit bekommen, um etwa seine Wahl für die Person des Vizepräsidenten zu treffen.

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